Arzt Gehalt Österreich nach Fachrichtung: Was Mediziner verdienen Arzt Gehalt Österreich: von €4.700 für Turnusärzte bis €110.000+ für Fachärzte. Gehälter nach Fachrichtung, KV je Bundesland, Einkommen Selbstständiger und Perspektiven. Topics: Arbeit, Gehalt & Steuern, Gesundheit.
Medizin gehört in Österreich zu den prestigeträchtigsten und bestbezahlten Berufen des Landes. Das Arzt Gehalt Österreich liegt weit über dem Landesdurchschnitt und steigt mit jeder Karrierestufe spürbar. Ein junger Turnusarzt verdient rund €4.700–5.000 brutto im Monat, ein erfahrener Facharzt im Krankenhaus erreicht €7.000–9.000, und ein Arzt in eigener Praxis kann deutlich über €100.000 im Jahr verdienen.
Dieser Leitfaden erklärt, wie die Bezahlung von Ärzten funktioniert, wie sich die Einkommen nach Fachrichtung unterscheiden, welche Mindestsätze die Kollektivverträge (KV) der Bundesländer vorsehen, wie viel selbstständige Ärzte verdienen und wie die Karriereaussichten aussehen. Die Zahlen stammen von Statistik Austria, der Ärztekammer, einer IHS-Studie und den Gehaltsreports von kununu.
Wie die Bezahlung von Ärzten in Österreich funktioniert
Das österreichische Gehaltssystem für Ärzte ist komplexer als ein einfaches “Monatsgehalt × 12”. Beschäftigte erhalten hier 14 Gehälter im Jahr: zwölf Monatsgehälter plus zwei Sonderzahlungen, Weihnachts- und Urlaubsgeld. Deshalb zeigen Monatszahlen nicht, wie viel Ärzte über das ganze Jahr tatsächlich verdienen.
Krankenhausärzte arbeiten nach einem Kollektivvertrag (KV) oder nach dem landesweiten Spitalsärztegesetz. Entscheidend ist: Es gibt kein einheitliches nationales Gehalt. Jedes Bundesland (Wien, Steiermark, Oberösterreich und andere) und jeder Krankenhaustyp – öffentlich, kirchlich (Ordensspital) oder privat – setzt eigene Gehaltstabellen fest.
Zum Grundgehalt kommen Zulagen für Dienste (etwa €200–300 pro Nachtdienst), Zuschläge für Wochenende und Feiertage sowie in manchen Krankenhäusern eine Prämie für die “Sonderklasse” (besondere Bedingungen in privaten Zimmern). Deshalb kann das tatsächliche Einkommen 20–40 % höher liegen als das Grundgehalt.

Die Karriereleiter: vom Turnusarzt zum Abteilungsleiter
Um das Arzt Gehalt Österreich nach Fachrichtung zu verstehen, muss man zuerst die Karrierestufen kennen. Jede Stufe bringt einen deutlichen Einkommenssprung:
- Turnusarzt (Arzt in Basisausbildung) – die unterste Stufe, Voraussetzung für die selbstständige Praxis. Verdient im Schnitt €4.700–5.400 im Monat, je nach Bundesland.
- Assistenzarzt (junger Arzt in Facharztausbildung) – macht die Facharztausbildung. Laut kununu liegt der Durchschnitt bei etwa €72.000 im Jahr (rund €5.100 im Monat bei 14 Gehältern).
- Facharzt – hat die Ausbildung abgeschlossen und führt den Facharzttitel. Das durchschnittliche Jahreseinkommen beträgt laut kununu €110.000–116.000.
- Oberarzt – erfahrener Facharzt mit erweiterten Befugnissen. In Wien liegt der Grundsatz bei etwa €7.490 im Monat (rund €90.000 im Jahr).
- Primararzt / Abteilungsleiter – die Spitze der Krankenhauskarriere. In Wien sind das etwa €9.441 im Monat (rund €113.000 im Jahr).
Wie Die Presse berichtet, wird die Streuung mit jeder Stufe größer: Auf Facharzt- und Oberarztebene können die Unterschiede zwischen Bundesländern und Krankenhäusern mehrere Zehntausend Euro im Jahr betragen.
Welche Fachrichtungen am besten bezahlt werden
Die Frage “wie viel verdient ein Arzt in Österreich nach Fachrichtung” gehört zu den häufigsten unter Medizinstudierenden. Laut einer IHS-Studie (eine Analyse der Krankenkassen-Daten für 2022) unterscheiden sich die Einkommen bei niedergelassenen Ärzten deutlich:
| Fachrichtung | Median-Einkommen pro Jahr |
|---|---|
| Labormedizin / Pathologie | etwa €591.000 |
| Radiologie | etwa €386.000 |
| Innere Medizin | etwa €307.000 |
| Augenheilkunde | etwa €305.000 |
| Urologie | etwa €290.000 |
| Orthopädie | etwa €286.000 |
| Lungenheilkunde | etwa €260.000 |
| Chirurgie | etwa €242.000 |
| Dermatologie | etwa €210.000 |
| Psychiatrie / Neurologie | etwa €202.000 |
| Kinderheilkunde | etwa €199.000 |
| Gynäkologie | etwa €178.000 |
| Zahnmedizin | etwa €166.000 |
| Allgemeinmedizin | etwa €192.000 |
Diese Zahlen spiegeln das steuerpflichtige persönliche Einkommen niedergelassener Ärzte (Kassenärzte) wider – also Einkommen vor Steuer, aber nach beruflichen Abzügen. Sie zeigen das Gesamtbild: Technische und prozedurale Fachrichtungen wie Radiologie, Labormedizin und Chirurgie verdienen in der Regel mehr als “gesprächsorientierte” Fächer wie Psychiatrie oder Allgemeinmedizin.
Arzt Gehalt im Krankenhaus: Kollektivverträge nach Bundesland
Für Ärzte in öffentlichen Krankenhäusern wird das Grundgehalt in Kollektivverträgen festgelegt. Hier sind die Richtwerte für die wichtigsten Bundesländer (brutto pro Monat, ohne Dienstzulagen):
- Wien (WIGEV) – Arzt in Ausbildung: €4.834/Monat; Facharzt nach der Ausbildung: etwa €9.131/Monat mit Zulagen, laut MedUni Wien / WIGEV.
- Ordensspitäler (nationaler KV seit 01.03.2025) – Turnusarzt €4.699/Monat, Stationsarzt €7.150/Monat, Facharzt €7.582/Monat, laut Kollektivvertrag.
- Steiermark (seit 01.07.2026) – Turnusarzt/Assistenzarzt €5.368/Monat, Allgemeinmediziner €6.477/Monat, Facharzt €8.752/Monat, laut KAGes.
- Oberösterreich (seit 01.01.2025) – Basisausbildung €3.744/Monat, Assistenzarzt €4.313/Monat, Allgemeinmediziner €4.622/Monat, Facharzt €5.746/Monat, laut Ärztekammer OÖ.
- Tirol – Basisausbildung €3.873/Monat, Allgemeinmediziner €5.216/Monat, Facharzt €5.641/Monat.
- Niederösterreich (seit 01.01.2025) – junger Facharzt mit vier Nachtdiensten: €9.219/Monat; Facharzt mit sechs Jahren Erfahrung: €9.920/Monat, jeder Dienst +€200.
Wichtig: Das Arzt Gehalt Österreich nach Fachrichtung innerhalb eines Krankenhauses hängt nicht nur vom Titel ab, sondern auch von den Zulagen. Nachtdienste können zum Grundgehalt €800–1.200 im Monat und mehr addieren.

Die Kluft zwischen Grundgehalt und tatsächlichem Einkommen eines Arztes im österreichischen Krankenhaus kann 30–40 % erreichen – Nachtdienste und Zulagen für besondere Bedingungen spielen die entscheidende Rolle.
— Gehaltsanalyse für Ärzte, Ärztekammer
Wie viel ein selbstständiger Arzt verdient: Kassenarzt und Wahlarzt
Viele Ärzte in Österreich arbeiten nicht im Krankenhaus, sondern selbstständig mit eigener Ordination. Hier zählen zwei Status:
- Kassenarzt – ein Arzt mit Vertrag mit der Gebietskrankenkasse. Patientinnen und Patienten kommen per Überweisung, die Kasse bezahlt die Behandlung nach Tarif. Laut IHS-Studie liegt das Median-Einkommen eines Kassenarztes bei €201.306 im Jahr.
- Wahlarzt – ein Arzt ohne Kassenvertrag; die Patienten zahlen selbst (teilweise erstattet die Versicherung). Das Median-Einkommen liegt bei €100.849 im Jahr.
Wie Der Standard feststellt, verdienen Kassenärzte im Schnitt etwa doppelt so viel wie Wahlärzte, weil sie einen stetigen Patientenstrom haben. Das Einkommen hängt zudem stark von Region und Fachrichtung ab: Landärzte in der Allgemeinmedizin führen oft eine Hausapotheke, was das Einkommen auf bis zu €263.000 im Jahr heben kann.

Wie Ärzte im Vergleich zu anderen Berufen dastehen
Um das Gehalt von Ärzten einzuordnen, lohnt der Vergleich mit den Landesdaten. Laut Statistik Austria betrug das Median-Jahresbruttoeinkommen der Vollzeitbeschäftigten 2024 €55.678 und das Median-Einkommen aller Unselbstständigen €38.043.
Vor diesem Hintergrund liegt selbst ein Berufseinsteiger (Turnusarzt) mit etwa €50.000–60.000 im Jahr über dem Durchschnitt. Ein erfahrener Facharzt im Krankenhaus (€110.000+) und besonders ein niedergelassener Arzt (€150.000–300.000+) gehören zu den oberen 5–10 % der Einkommen im Land. Das ist ein Grund, warum der Andrang auf die medizinischen Fakultäten in Österreich zu den höchsten Europas zählt.
Wenn Sie Einkommen in verschiedenen Branchen vergleichen, lesen Sie auch unseren Überblick über die Lehrergehälter in Österreich – dasselbe 14-Gehalts-System, aber mit ganz anderen Zahlen. Mehr aus dieser Gehalts-Serie finden Sie bei den Gehältern von ÖBB-Zugbegleitern und AMS-Beratern.
Steuern und Sozialabgaben: was am Ende übrig bleibt
Ein Arztgehalt in Österreich wird brutto angegeben – vor Steuern. Lohnsteuer und Sozialabgaben (Pension, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung) werden automatisch abgezogen und machen zusammen etwa 30–45 % aus, je nach Einkommen.
Für einen Arzt mit einem Jahreseinkommen von €80.000–120.000 ist der Steuersatz hoch. Deshalb suchen viele Ärzte nach Optimierungsmöglichkeiten – etwa den Status des selbstständigen Arztes (freier Dienstvertrag) oder Fortbildungskosten. Wer in der Medizin arbeiten will, sollte vorab verstehen, wie das österreichische Krankenversicherungssystem funktioniert.
Ein wichtiger Punkt für Zugewanderte: Ärzte mit ausländischem Diplom müssen eine Nostrifizierung (Anerkennung des Abschlusses) und meist einen Sprachnachweis absolvieren. Bis zur Anerkennung dürfen sie nicht vollständig praktizieren – das Gehalt beginnt also erst nach allen bürokratischen Schritten.
Welche Faktoren das endgültige Gehalt eines Arztes beeinflussen
Neben Fachrichtung und Bundesland prägen mehrere Faktoren das Arzt Gehalt Österreich und sind für die Karriereplanung wichtig:
- Art des Arbeitgebers. Öffentliche Kliniken, Ordensspitäler und Privatkliniken zahlen unterschiedlich. Private und kirchliche Krankenhäuser haben oft eigene, großzügigere KV.
- Region. Auf dem Land ist die Konkurrenz geringer, Kassenverträge in der Allgemeinmedizin sind schneller erreichbar. Wien hat höhere Grundsätze, aber auch mehr Konkurrenz.
- Dienste und Überstunden. Nachtdienste, Wochenend- und Feiertagsarbeit erhöhen das Einkommen deutlich. In Niederösterreich ist ein Nachtdienst +€200 wert.
- Beschäftigungsform. Ein selbstständiger Kassenarzt verdient im Schnitt mehr als ein angestellter Facharzt, trägt aber auch mehr Risiko: Praxis-Miete, Personal und Ausstattung.
- Nachfrage nach der Fachrichtung. Radiologie, Labormedizin, Anästhesiologie und Chirurgie sind traditionell gut bezahlt und gefragt.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel verdient ein Berufseinsteiger (Turnusarzt) in Österreich? Ein Turnusarzt im öffentlichen Krankenhaus verdient etwa €4.700–5.400 brutto im Monat, je nach Bundesland. Mit Dienstzulagen kann das tatsächliche Einkommen höher liegen.
Wie viel verdient ein Facharzt im Jahr? Laut kununu liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Facharztes in Österreich bei €110.000–116.000 brutto. In öffentlichen Krankenhäusern beträgt der Grundsatz €5.700–9.000 im Monat, je nach Bundesland.
Welche medizinische Fachrichtung wird in Österreich am besten bezahlt? Bei niedergelassenen Ärzten verdienen Labormedizin und Pathologie am meisten (Median etwa €591.000 im Jahr), gefolgt von Radiologie (€386.000) und Innerer Medizin (€307.000).
Wer verdient mehr – Kassenarzt oder Wahlarzt? Laut IHS-Studie verdient ein Kassenarzt im Schnitt etwa doppelt so viel wie ein Wahlarzt: ein Median von rund €201.000 gegenüber €101.000 im Jahr.
Wie viel Steuern zahlen Ärzte in Österreich? Lohnsteuer und Sozialabgaben machen etwa 30–45 % des Bruttoeinkommens eines Arztes aus, je nach Betrag. Alle Gehälter werden vor Steuern angegeben.
Wie geht es weiter: Karriereaussichten für Ärzte in Österreich
Das Arzt Gehalt Österreich nach Fachrichtung gehört zu den höchsten in Europa, und der Bedarf an Medizinerinnen und Medizinern wächst weiter. Das österreichische Gesundheitssystem leidet unter Personalmangel, besonders auf dem Land und in Fächern wie Allgemeinmedizin und Psychiatrie. Für alle, die die Nostrifizierung des Diploms und den Sprachnachweis schaffen, eröffnen sich reale Chancen.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Der Grundsatz eines Turnusarztes liegt bei €4.700–5.400/Monat, eines Facharztes bei €7.000–9.000/Monat, eines Abteilungsleiters bei €9.000+/Monat.
- Technische und prozedurale Fachrichtungen (Radiologie, Labormedizin, Chirurgie) zahlen mehr als “gesprächsorientierte”.
- Selbstständige Kassenärzte verdienen im Schnitt €200.000+ im Jahr – doppelt so viel wie Wahlärzte.
- Nachtdienste und Zulagen addieren 30–40 % zum Grundgehalt.
Wenn Sie eine medizinische Karriere in Österreich in Betracht ziehen, prüfen Sie zuerst die Anerkennung Ihres Abschlusses und die Sprachanforderungen. Um keine neuen Beiträge zu Einkommen, Umzug und Arbeit in Österreich zu verpassen, abonnieren Sie unseren Newsletter.
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