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Jura studieren in Österreich — historisches Universitätsgebäude in Wien an der Ringstraße
Jura studieren in Österreich: der Weg zum Anwalt für Ausländer
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Jura studieren in Österreich: der Weg zum Anwalt für Ausländer Jura studieren in Österreich für Ausländer: Zulassung, Jus-Studium, Gerichtspraxis, Rechtsanwaltsprüfung, Staatsbürgerschafts-Voraussetzungen und Gehälter. Topics: Arbeit, Karriere & Bildung, Aufenthaltstitel.

Ja, Ausländer können in Österreich Jura studieren und eine juristische Karriere aufbauen — der Weg unterscheidet sich jedoch von dem, was Absolventen juristischer Fakultäten in anderen Ländern gewohnt sind. Inskribieren kann sich jeder mit Matura und ausreichenden Deutschkenntnissen. Der Zugang zu einzelnen Berufen (Richter, Notar, Staatsanwalt) ist für Nicht-Staatsbürger gesperrt. Dafür steht der Beruf des Rechtsanwalts nicht nur Österreichern offen, sondern auch Bürgern der EU, des EWR und der Schweiz.

Dieser Beitrag erklärt: wie man sich für das Jus-Studium bewirbt, wie das Studium aufgebaut ist, was es kostet und ob man eine Aufenthaltsbewilligung braucht, was die Pflichtpraxis Gerichtspraxis ist, wie Ausländer den Weg zur Rechtsanwaltsprüfung gehen und welche juristischen Karrieren ohne österreichisches Diplom möglich sind. Der Artikel stützt sich auf offizielle Angaben des Justizministeriums, Zulassungsregeln der Universitäten und Fachportale zur Juristenausbildung.

Können Ausländer in Österreich Jura studieren

Ausländer werden zum Studium der Rechtswissenschaften in Österreich unter denselben Bedingungen zugelassen wie inländische Bewerber — die Staatsbürgerschaft ist für die Inskription nicht erforderlich. Die einzige harte Bedingung ist die deutsche Sprache auf einem ausreichenden Niveau, denn das Rechtsstudium (in Österreich Jus oder Rechtswissenschaften genannt) wird fast ausschließlich auf Deutsch unterrichtet.

Laut Justizministerium ist die Juristenausbildung in Österreich für alle Rechtsberufe einheitlich: zuerst das Universitätsstudium, dann die verpflichtende Gerichtspraxis und erst danach die Spezialisierung. Das ist praktisch für Ausländer — man erhält eine universelle Basis, und die Wahl des konkreten Berufs erfolgt nach dem Studium.

Ein wichtiger Punkt: Die österreichische Juristenausbildung ist auf das österreichische Recht ausgerichtet. Wie das Portal studieren.at anmerkt, liegt der Schwerpunkt auf der nationalen Rechtsordnung. Wer in einem anderen Land arbeiten möchte, muss seine Qualifikation dort anerkennen lassen. Für eine Karriere in Österreich oder der EU ist das kein Problem — tiefe Kenntnis des lokalen Rechts wird hier am meisten geschätzt.

Zulassung zum Jus-Studium: Sprache, Latein und Aufnahmeverfahren

Die Bewerbung für das Jus-Studium folgt dem Standardverfahren, das in unserem Leitfaden zur Universitätszulassung in Österreich beschrieben ist. Die Grundvoraussetzungen für Ausländer:

  • Reifeprüfungszeugnis — als gleichwertig mit der österreichischen Matura anerkannt (oder die Studienberechtigungsprüfung, falls das Diplom nicht automatisch anerkannt wird).
  • Deutsche Sprache — Zertifikat auf Niveau B2–C1 (in der Regel ÖSD, Goethe, TestDaF oder telc).
  • Latein — mindestens 10 Wochenstunden in der Schule oder eine Zusatzprüfung vor Abschluss des ersten Studienabschnitts.
  • Aufnahmeverfahren an manchen Universitäten.

Die Universität Wien führt ein zentrales Aufnahmeverfahren für Rechtswissenschaften durch. Die Anmeldung läuft von März bis Mai, der schriftliche Test findet Anfang Juli statt. Wie die Universität Wien mitteilt, gilt im Jahr 2026 ein Anmeldefenster vom 2. März bis 4. Mai, der Test ist für den 7. Juli angesetzt — Ersatztermine gibt es nicht.

Latein ist keine Formalität. Ohne Latein kann man die Pflichtprüfungen des ersten Abschnitts nicht ablegen, denn Römisches Recht gehört zum verpflichtenden Curriculum. Planen Sie die Lateinprüfung daher frühzeitig oder belegen Sie einen Universitätskurs.

Studienaufbau: Diplomstudium und LL.B./LL.M.

Die Juristenausbildung in Österreich existiert in zwei Formaten. Das klassische ist das Diplomstudium mit 8 Semestern (240 ECTS) und dem Abschluss Mag. iur.. Dieses Format gibt direkten Zugang zu allen Rechtsberufen, einschließlich der Rechtsanwaltschaft.

Das moderne Format sind Bachelor- und Masterstudiengänge: LL.B. (Bachelor of Laws) und LL.M. (Master of Laws). So bietet die Universität Wien seit dem Wintersemester 2021/2022 das zweisprachige Studium „International Legal Studies” an. Laut Wikipedia berechtigt erst der LL.M. zur Ausübung der traditionellen juristischen Berufe — der Bachelor allein genügt nicht.

Die gesetzliche Anforderung ist für alle Programme gleich: Das Studium muss mindestens 4 Jahre dauern und mindestens 240 ECTS-Punkte umfassen. Das Curriculum deckt Zivil- und Zivilverfahrensrecht, Straf- und Strafprozessrecht, Verfassungsrecht, Europarecht und Völkerrecht ab. Das Gesetz schreibt bewusst die Lehre des österreichischen Rechts vor — das erschwert die Anerkennung ausländischer Studienabschlüsse, sichert aber die Qualität lokaler Juristen.

Jura studieren in Österreich — Rechtsbücher und Mitschriften in einer Universitätsbibliothek

Wo man Jura studieren kann: Universitäten in Österreich

Jura wird in Österreich an fünf öffentlichen Universitäten gelehrt: Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck. Alle fünf folgen demselben Standard, jede hat aber eigene Besonderheiten bei der Zulassung und ihren eigenen Ruf.

Die Universität Wien hat die größte juristische Fakultät des Landes und ist bei Ausländern am beliebtesten. Die Universitäten Graz und Innsbruck bieten eine familiärere Atmosphäre, Salzburg punktet mit dem Programm zum Europarecht. Linz hat enge Verbindungen zur Wirtschaft und zum Wirtschaftsrecht.

Alle Fakultäten sind staatlich, das Studium ist daher subventioniert. Für eine Einordnung des Bildungssystems helfen unsere Beiträge über Bildung in Wien und den Ausbau der Fachhochschulen. Für künftige Juristen zählen staatliche Universitäten mehr als Fachhochschulen — FH-Studiengänge führen selten zu juristischen Abschlüssen.

Ein Universitätsvergleich hilft bei der Priorisierung:

UniversitätBesonderheit der FakultätAufnahmeverfahrenAnteil ausländischer Studierender
WienGrößte Fakultät, International Legal Studies auf EnglischJa, zentralHöchster im Land
GrazKlassisches Curriculum, starke StrafrechtsabteilungNeinMittel
InnsbruckFamiliäre Atmosphäre, AlpenregionNeinMittel
SalzburgSchwerpunkt EuroparechtNeinUnterdurchschnittlich
LinzVerbindungen zur Wirtschaft, WirtschaftsrechtNeinUnterdurchschnittlich

Beachten Sie: Nur Wien führt ein verpflichtendes Aufnahmeverfahren durch. In den anderen vier Städten erfolgt die Aufnahme über das Reifeprüfungszeugnis und das Sprachniveau — das vereinfacht die Planung für Ausländer.

Studiengebühren und Aufenthaltsbewilligung für Studierende

Die Kosten des Jura-Studiums in Österreich gehören zu den niedrigsten in Europa. EU-Bürger und Studierende mit ständigem Aufenthalt zahlen nur den ÖH-Beitrag von etwa 20–25 Euro pro Semester. Bürger von Drittstaaten zahlen Studiengebühren von 726,72 Euro pro Semester — der gesetzliche Satz für alle öffentlichen Universitäten.

Für ein Studium von mehr als 6 Monaten benötigen Ausländer eine Aufenthaltsbewilligung für Studierende. Die Unterlagen müssen vor der Einreise bei der österreichischen Botschaft oder dem Konsulat im Heimatland eingereicht werden. Das Verfahren ist in unserem Praxisleitfaden zu Aufenthaltstiteln beschrieben, die Nachweise über finanzielle Mittel gelten auch für Studierende.

Wichtig: Mit der studentischen Aufenthaltsbewilligung darf man während des Semesters bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten und in den Ferien voll. Für Drittstaatsangehörige ist das oft eine Möglichkeit, die Lebenshaltungskosten in Wien — vergleichbar mit München — teilweise zu decken.

Dazu kommt der Finanzierungsnachweis: Für die studentische Aufenthaltsbewilligung muss man ausreichende Mittel für den Lebensunterhalt belegen (derzeit rund 1.100 Euro pro Monat). Der Betrag wird jährlich indexiert, prüfen Sie daher den aktuellen Wert bei der Botschaft. Stipendien — etwa die OeAD-Förderungen für ausländische Studierende — decken meist nur einen Teil der Kosten, und an der juristischen Fakultät ist die Konkurrenz um sie hoch.

Wer bereits eine Aufenthaltsbewilligung in Österreich besitzt und vom Arbeits- auf den Studienzweck wechseln möchte, muss neu beantragen. Der Wechsel erfolgt nicht automatisch, und während der Bearbeitung darf man den Status nicht ändern. Planen Sie den Wechsel daher frühzeitig — am besten 2 bis 3 Monate vor Semesterbeginn.

Haben Sie Teile des Jurastudiums im Ausland absolviert? Österreichische Universitäten können frühere Studienleistungen über die Nostrifizierung anerkennen. In der Praxis werden juristische Fächer aus anderen Ländern am schlechtesten angerechnet, denn das Studium muss österreichisches Recht abdecken. Gut anrechenbar sind dagegen allgemeine Fächer — Fremdsprachen, Grundlagen der Wirtschaft, Rechtsgeschichte. Die Entscheidung trifft die Anerkennungsstelle der Universität in den ersten Monaten, also reichen Sie Unterlagen über die Vorbildung gleich bei der Inskription ein.

Gerichtspraxis: die Pflichtpraxis nach dem Studium

Nach dem Studium absolvieren alle Juristen in Österreich die Gerichtspraxis. Absolventen haben einen Rechtsanspruch auf die Stelle als Rechtspraktikant am Gericht, und für die meisten Berufe ist diese Praxis verpflichtend. Die Mindestdauer beträgt 7 Monate, fast alle Juristen absolvieren sie vollständig.

Während der Gerichtspraxis arbeitet man bei einem Gericht oder einer Staatsanwaltschaft: Entscheidungsentwürfe schreiben, an Verhandlungen teilnehmen, Akten bearbeiten. Das ist der erste echte Kontakt mit dem österreichischen Rechtssystem. Laut Justizministerium gehört die Gerichtspraxis zur verpflichtenden Berufsausbildung für alle juristischen Fachrichtungen.

Die Gerichtspraxis ist das Fundament des juristischen Berufs in Österreich. Selbst das beste Universitätsdiplom ohne Gerichtspraxis öffnet weder den Weg zur Rechtsanwaltschaft noch zu anderen juristischen Berufen.

— Rechtsberufe in Österreich, Portal des österreichischen Justizministeriums

Das Gehalt als Praktikant ist bescheiden — rund 1.800 bis 2.200 Euro brutto im Monat —, dafür liefert die Stelle unschätzbare Erfahrung und Kontakte. Nach der Gerichtspraxis eröffnen sich zwei Wege: die Rechtsanwaltschaft oder alternative juristische Karrieren.

Gerichtspraxis in Österreich — junger Jurist mit Dokumenten im Gerichtssaal

Wie Ausländer Anwalt werden: der Weg als Rechtsanwaltsanwärter

Der Beruf des Rechtsanwalts ist die zugänglichste juristische Karriere für Ausländer in Österreich. Der Weg zur eigenen Lizenz dauert 5–6 Jahre nach dem Studium und besteht aus mehreren Etappen.

Zuerst absolviert man die Gerichtspraxis (7 Monate). Danach folgt die Tätigkeit als Rechtsanwaltsanwärter — Konzipient — in einer Anwaltskanzlei. Diese Phase dauert mindestens 3 Jahre Arbeit in der Kanzlei eines österreichischen Rechtsanwalts, dazu kommen Pflichtseminare der Anwaltskammer (mindestens 42 Halbtage).

Danach legt man die Rechtsanwaltsprüfung ab — die staatliche Prüfung mit schriftlichem und mündlichem Teil vor einer Kommission. Das Ergebnis: die Eintragung in die Liste der Rechtsanwälte und das Recht, selbstständig zu praktizieren. Wie talentrocket erklärt, ist der Konzipient-Weg der einzige realistische Weg für Ausländer, denn Richter- und Staatsanwaltsposten sind ihnen verschlossen.

Der entscheidende Punkt: Nach § 1 der Rechtsanwaltsordnung (RAO) setzt die Eintragung in die Liste der Rechtsanwälte die Staatsbürgerschaft Österreichs, eines EWR-Staates oder der Schweiz voraus. Bürgern von Drittstaaten (Russland, Ukraine, Belarus, Kasachstan) ist der Weg zum Vollanwalt über das Standardverfahren verschlossen — für sie bleiben die unten beschriebenen Alternativen.

Staatsbürgerschafts-Grenzen: Richter, Notar, Staatsanwalt

Nicht alle juristischen Berufe stehen in Österreich Ausländern offen. Richter, Notare und Staatsanwälte müssen österreichische Staatsbürger sein — eine direkte gesetzliche Anforderung, die mit der Ausübung hoheitlicher Gewalt zusammenhängt. Gleiches gilt für die meisten Positionen in der öffentlichen Verwaltung.

Wie Wikipedia zur Juristenausbildung in Österreich festhält, ist der Weg zu den Ämtern von Richter, Notar und Staatsanwalt nur österreichischen Staatsbürgern vorbehalten. Für Ausländer sind diese Karrieren unabhängig von Qualifikation und Erfahrung ausgeschlossen.

Das unterscheidet die Rechtsanwaltschaft grundlegend: Sie ist ein freier Beruf, der mit der Vertretung privater Interessen verbunden ist, daher ist der Zugang breiter. Aber auch für die Rechtsanwaltschaft braucht man die EU-/EWR-/Schweizer-Staatsbürgerschaft. Wer keine davon besitzt, sollte alternative juristische Rollen in Betracht ziehen — in Wirtschaft und Beratung gibt es keine Staatsbürgerschafts-Beschränkungen.

Juristische Karrieren ohne österreichisches Diplom: EIRAG und Alternativen

Für Juristen aus Drittstaaten (und für Inhaber ausländischer Diplome) bietet Österreich mehrere legale Wege. Der wichtigste ist das EIRAG (Europäisches Rechtsanwaltsgesetz), das die Tätigkeit europäischer Rechtsanwälte in Österreich regelt.

Niedergelassene europäische Rechtsanwälte dürfen dauerhaft in Österreich unter der Berufsbezeichnung ihres Herkunftsstaats praktizieren. Wie die Österreichische Rechtsanwaltskammer mitteilt, verlangt das die EU-/EWR-Staatsbürgerschaft, eine Bescheinigung über die Zugehörigkeit zur Anwaltschaft im Herkunftsstaat und eine Berufshaftpflichtversicherung. Nach 3 Jahren Tätigkeit in Österreich kann man mit bestandener Eignungsprüfung die volle Eintragung in die österreichische Anwaltsliste beantragen.

Für Juristen ohne europäische Staatsbürgerschaft bleiben unternehmensinterne juristische Positionen: Syndikus in einem Unternehmen, Jurist bei Bank oder Versicherung, Arbeit in Beratung, Wirtschaftsprüfung, Compliance und Steuerrecht. Diese Rollen erfordern keine Anwaltszulassung und stehen Ausländern jeder Staatsbürgerschaft mit Aufenthalts- oder Arbeitsbewilligung offen.

Eine Übersichtstabelle nach Staatsbürgerschaft erleichtert die Strategiewahl:

BerufStaatsbürgerschafts-AnforderungFür Ausländer offen
RechtsanwaltÖsterreich, EWR oder SchweizNur mit EU-/EWR-/CH-Staatsbürgerschaft
Europäischer Rechtsanwalt (EIRAG)EU-/EWR-Staatsbürgerschaft + KammerzugehörigkeitNur mit EU-/EWR-Staatsbürgerschaft
RichterNur ÖsterreichNein
NotarNur ÖsterreichNein
StaatsanwaltNur ÖsterreichNein
Syndikus im UnternehmenKeine BeschränkungJa, mit Aufenthaltsbewilligung
Compliance, Steuern, BeratungKeine BeschränkungJa, mit Aufenthaltsbewilligung

Die Tabelle zeigt die Kernregel: Je näher der Beruf an der staatlichen Gewalt ist, desto strenger die Staatsbürgerschafts-Anforderung. Je näher an der Wirtschaft, desto breiter der Zugang. Die praktische Schlussfolgerung für Zuwanderer: Ohne EU-Staatsbürgerschaft ist der Unternehmensweg die einzige vollständig offene Tür — und sie erfordert keine Anwaltszulassung.

Juristische Karriere für Ausländer in Österreich — Juristen bei einer Besprechung im modernen Wiener Büro

Was Juristen in Österreich verdienen

Die Gehälter von Juristen in Österreich hängen von Karrierestufe und Sektor ab. Ein Rechtspraktikant am Gericht verdient rund 2.000 Euro brutto. Ein Konzipient in der Kanzlei verdient 2.400 bis 3.000 Euro im Monat je nach Stadt und Kanzlei; in großen internationalen Wiener Kanzleien ist das Einstiegsgehalt höher — ab 3.500 Euro.

Ein eingetragener Rechtsanwalt mit 3–5 Jahren Erfahrung verdient durchschnittlich 70.000 bis 100.000 Euro im Jahr. Im Unternehmensbereich verdienen spezialisierte Juristen (Compliance, Steuern, M&A) ab 80.000 Euro aufwärts; bei den Big-Four-Wirtschaftsprüfern starten Juristen mit Master bei rund 65.000 Euro. Genaue Zahlen nach Beruf und Branche finden Sie in unserer Gehaltsübersicht für Österreich.

Zum Vergleich: Ein Wirtschaftsjurist in Wien verdient ähnlich wie ein Kollege in Frankfurt — bei deutlich geringeren Ausbildungskosten. Da auch das Lehrergehalt in Österreich erst bei 3.000 Euro startet, gehört die juristische Karriere stabil zum oberen Segment des Arbeitsmarkts — vorausgesetzt, man besteht die Prüfungen.

Häufig gestellte Fragen

Kann ein Russe oder Ukrainer in Österreich Anwalt werden?

Nicht über das Standardverfahren. Die Rechtsanwaltsordnung (§ 1 RAO) verlangt die Staatsbürgerschaft Österreichs, eines EWR-Staates oder der Schweiz. Bürgern von Drittstaaten stehen unternehmensinterne juristische Positionen, Beratung oder der Weg über eine EU-Staatsbürgerschaft durch Einbürgerung offen.

Braucht man Latein für das Jus-Studium in Österreich?

Ja. Erforderlich sind 10 Wochenstunden Latein in der Schule oder eine Zusatzprüfung vor Abschluss des ersten Studienabschnitts. Ohne Latein kann man die Pflichtkurse im Römischen Recht nicht ablegen.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Juristen in Österreich?

Das Jus-Studium dauert 4 Jahre (240 ECTS): entweder das klassische Diplomstudium mit dem Abschluss Mag. iur. oder ein Bachelor LL.B. mit anschließendem Master LL.M. Erst der Master-Abschluss berechtigt zu den juristischen Berufen.

Was kostet das Jura-Studium in Österreich?

Für EU-Bürger rund 25 Euro pro Semester (ÖH-Beitrag). Für Drittstaatsangehörige 726,72 Euro pro Semester. Das ist um ein Vielfaches günstiger als in den USA oder Großbritannien.

Kann man Jura auf Englisch studieren?

Ja, in begrenztem Umfang. Die Universität Wien bietet den englischsprachigen Studiengang International Legal Studies an (LL.B., danach LL.M.). Die klassischen Jus-Programme laufen auf Deutsch, und für die Praxis in Österreich ist Deutsch Pflicht.

Ausblick: was Sie heute tun können

Das Jura-Studium in Österreich ist ein realistisches und erschwingliches Projekt für Ausländer — wenn man alle Grenzen von Anfang an berücksichtigt. Hier die Checkliste:

  • Ziel definieren: Rechtsanwaltschaft (erfordert EU-/EWR-/Schweizer-Staatsbürgerschaft) oder Unternehmenskarriere (offen für alle).
  • Deutsch lernen auf B2–C1 und mit Zertifikat belegen — das ist der wichtigste Filter am Eingang.
  • Latein klären — die Prüfung vor Studienbeginn ablegen, damit der erste Abschnitt nicht blockiert wird.
  • Diplom-Anerkennung prüfen und bei Bedarf die Studienberechtigungsprüfung ablegen.
  • Aufenthaltsbewilligung für Studierende vor der Einreise beantragen — das dauert mehrere Wochen.
  • Zulassungsverfahren prüfen: Wien hat einen Aufnahmetest, andere Städte nicht.

Eine juristische Karriere in Österreich braucht Geduld: Studium, Praxis, Prüfungen — ein Weg von 6 bis 8 Jahren. Am Ende steht einer der angesehensten und bestbezahlten Berufe des Landes. Beginnen Sie mit der Prüfung der Anforderungen Ihrer Wunschuniversität und Ihres Deutschniveaus — diese zwei Schritte bestimmen alles Weitere. Bei Fragen: Abonnieren Sie unseren Newsletter, in dem wir Karrierewege in Österreich für Zuwanderer erklären.

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