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Kfz-Steuer in Österreich: Berechnung der motorbezogenen Versicherungssteuer 2026

Kfz-Steuer in Österreich: Alle Infos zur Motorbezogenen Versicherungssteuer 2026

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Kfz-Steuer in Österreich: Alle Infos zur Motorbezogenen Versicherungssteuer 2026 Kfz-Steuer in Österreich 2026: Berechnung der Motorbezogenen Versicherungssteuer, Steuersätze für Verbrenner und E-Autos, Befreiungen, Zahlungsmodalitäten und Spartipps. Topics: Arbeit, Gehalt & Steuern, Verkehr.

Ein eigenes Auto in Österreich zu besitzen, ist teuer — und die Kfz-Steuer (Motorbezogene Versicherungssteuer) macht einen erheblichen Teil der laufenden Kosten aus. Anders als in Deutschland, wo die Kfz-Steuer direkt an das Zollamt gezahlt wird, ist sie in Österreich für die meisten Fahrzeuge in der Versicherungsprämie enthalten. Viele Autofahrer wissen gar nicht, wie viel sie genau bezahlen, weil sie im Versicherungsschein nur einen Gesamtbetrag sehen.

Dieser Leitfaden erklärt alles zur Kfz-Steuer in Österreich 2026: wie die Motorbezogene Versicherungssteuer berechnet wird, welche Sätze für Benzin-, Diesel- und Elektroautos gelten, wer befreit ist, wie Sie zahlen und wie Sie legal sparen können. Die Informationen basieren auf Daten des BMF (Bundesministerium für Finanzen) und des ÖAMTC.

Was ist die Kfz-Steuer in Österreich?

In Österreich sind Kfz-Steuer und Motorbezogene Versicherungssteuer für Personenkraftwagen bis 3,5 Tonnen im Wesentlichen dasselbe. Es ist eine Steuer auf den Besitz eines Kraftfahrzeugs, die monatlich erhoben wird. Seit 1993 wurde die alte Kfz-Steuer (basierend auf dem Hubraum) durch die Motorbezogene Versicherungssteuer ersetzt — eine Abgabe, die an die Motorleistung und den CO₂-Ausstoß gekoppelt ist.

Der entscheidende Unterschied zu vielen anderen EU-Ländern: Die Versicherung zieht die Steuer ein, nicht das Finanzamt. Sie bezahlen sie als Teil Ihrer Kfz-Haftpflichtversicherung. Im Versicherungsschein sehen Sie eine Gesamtsumme, die sich aus drei Komponenten zusammensetzt: der Nettoprämie, der allgemeinen Versicherungssteuer (11 %) und der Motorbezogenen Versicherungssteuer.

Für Lastkraftwagen über 3,5 Tonnen gilt eine separate Kraftfahrzeugsteuer, die direkt an das Finanzamt zu entrichten ist. Auch dazu mehr im Folgenden.

Wie wird die Kfz-Steuer in Österreich berechnet?

Die Berechnungsformel hängt vom Datum der Erstzulassung ab. Seit 1. Oktober 2020 gilt ein neuer, umweltfreundlicherer Ansatz:

Für Fahrzeuge mit Erstzulassung nach dem 30. September 2020 (Benzin/Diesel/Hybrid):

Formel: [(kW − kW-Abzug) × 0,72 + (CO₂ in g/km − CO₂-Abzug) × 0,72] € pro Monat

Die Abzugsbeträge sinken jährlich, um den Kauf effizienterer Fahrzeuge zu fördern. Für das Jahr 2026 gelten folgende Abzüge:

  • kW-Abzug: 59 kW
  • CO₂-Abzug: 97 g/km

Bei einem Auto mit 100 kW und 120 g/km CO₂ ergibt sich:

  • (100 − 59) × 0,72 = 29,52 €
  • (120 − 97) × 0,72 = 16,56 €
  • Summe: 46,08 € pro Monat × 12 = 552,96 € pro Jahr

Die Freibeträge sinken jährlich. 2020 betrug der kW-Abzug noch 65 kW, bis 2026 ist er auf 59 kW gefallen. Dadurch wird dasselbe Fahrzeug jedes Jahr etwas stärker besteuert — ein Anreiz, auf ein weniger leistungsstarkes und saubereres Auto umzusteigen.

— BMF-Analyse, 2026

Für Fahrzeuge mit Erstzulassung vor dem 1. Oktober 2020:

Es gilt die alte leistungsbasierte Formel: (kW − 24) × 0,682 € pro Monat. CO₂ wird nicht berücksichtigt. Für Fahrzeuge mit Erstzulassung zwischen 2016 und September 2020 gilt eine Übergangsformel: (kW − 65) × 0,68 + (g/km − 115) × 0,68.

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Steuersätze für Neufahrzeuge

Seit 2023 gilt für die Leistungskomponente eine progressive Staffelung bei Fahrzeugen mit Erstzulassung ab 1. Januar 2023:

kW-BereichSatz pro kW pro Monat
erste 24 kW0 € (frei)
nächste 66 kW (bis 90 kW)0,65 €
nächste 20 kW (bis 110 kW)0,70 €
über 110 kW0,79 €

Zuzüglich CO₂-Komponente: (CO₂ in g/km − 97) × 0,72 € pro Monat.

Beispiel für ein typisches Familienauto (VW Golf 2.0 TDI, 110 kW, 130 g/km):

  • 24 kW × 0 = 0 €
  • 66 kW × 0,65 = 42,90 €
  • 20 kW × 0,70 = 14,00 €
  • CO₂: (130 − 97) × 0,72 = 23,76 €
  • Monatliche Summe: 80,66 € → Jahresbetrag: 967,92 €

Die Steuer hat eine Untergrenze von 6,50 € pro Monat (auch für sehr schwache Fahrzeuge) und eine Obergrenze von 76 € pro Monat für Pkw.

Kfz-Steuer Berechnung in Österreich: Tabellenkalkulation auf Laptop

Die Motorbezogene Versicherungssteuer im Detail

Viele verwechseln Kfz-Steuer und Motorbezogene Versicherungssteuer, aber für Pkw sind sie identisch. Formal basiert die Abgabe auf dem Versicherungssteuergesetz (VersStG) und wird gemeinsam mit der Versicherungsprämie eingehoben.

Wichtige Fakten:

  • Einheber: Ihre Versicherungsgesellschaft. Sie zahlen keine separate Rechnung ans Finanzamt (außer bei Fahrzeugen über 3,5 t).
  • Zeitraum: Die Steuer wird für jeden Monat des Bestehens des Versicherungsvertrags berechnet. Sie zahlen sie innerhalb der Prämie: monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich.
  • Unterjährigkeitszuschläge: bei monatlicher Zahlung +10 %, vierteljährlich +8 %, halbjährlich +6 %. Die günstigste Variante ist der Jahresbeitrag.
  • Allgemeine Versicherungssteuer: 11 % der Nettoprämie — zusätzlich zur Motorbezogenen Steuer.

Laut Durchblicker.at zahlt ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt zwischen 300 und 1.200 € pro Jahr allein an Motorbezogener Versicherungssteuer — zusätzlich zur eigentlichen Versicherungsprämie.

Kfz-Steuer für E-Autos: Was sich 2025 geändert hat

Bis zum 1. April 2025 waren Elektrofahrzeuge in Österreich vollständig von der Motorbezogenen Versicherungssteuer befreit. Das war einer der Hauptvorteile eines E-Autos. Die Regierung hat diese Befreiung jedoch aufgehoben, um Steuereinnahmen zu erhöhen — mit dem Argument, dass E-Autos ebenfalls die Straßeninfrastruktur nutzen.

Seit 1. April 2025 wird die Kfz-Steuer für Elektroautos nach einer neuen Formel berechnet, die auf Nenndauerleistung und Leergewicht basiert:

Formel für E-Autos (ab April 2025):

  • kW-Komponente: (kW − 5) × 0,50 € pro Monat (mindestens 2 €)
  • Gewichtskomponente: progressive Staffelung nach Leergewicht

Beispiel für ein Tesla Model 3 (208 kW Nenndauerleistung, 1.844 kg):

  • kW: (208 − 5) × 0,50 = 101,50 € pro Monat
  • Gewicht: ca. 30 € pro Monat
  • Gesamt: ~131,50 € pro Monat × 12 = ~1.578 € pro Jahr

Der ÖAMTC hat sich gegen die Abschaffung dieser Befreiung ausgesprochen, die Regierung setzte die Änderung jedoch zum April 2025 durch.

Wer ist von der Kfz-Steuer befreit?

Obwohl die E-Auto-Befreiung deutlich eingeschränkt wurde, bleiben folgende Fahrzeuge weiterhin vollständig von der Motorbezogenen Versicherungssteuer befreit:

  • E-Scooter und E-Mopeds mit einer Leistung bis 4 kW
  • Rollstühle und Sonderfahrzeuge für Menschen mit Behinderungen
  • Oldtimer mit entsprechendem historischem Status
  • Zugmaschinen und landwirtschaftliche Fahrzeuge
  • Diplomatenfahrzeuge und Kraftfahrzeuge internationaler Organisationen
  • Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst

Teilweise Befreiungen sind ebenfalls möglich: Wenn Ihr Fahrzeug in Österreich zugelassen ist, aber ausschließlich im Ausland genutzt wird, können Sie einen Antrag auf Steuerbefreiung stellen.

Wie wird die Kfz-Steuer bezahlt?

In 90 % der Fälle erfolgt die Zahlung der Kfz-Steuer in Österreich automatisch über Ihre Versicherung. Sie wählen beim Abschluss der Kfz-Haftpflichtversicherung einen Zahlungsplan, und die Versicherung rechnet die Motorbezogene Versicherungssteuer in jede Rechnung mit ein.

Die Ausnahme sind Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Für sie gilt die separate Kraftfahrzeugsteuer, die direkt an das Finanzamt zu entrichten ist:

  • Formular Kfz 4 — Anmeldung zur Kraftfahrzeugsteuer
  • Zahlungen — vierteljährlich (15. Februar, 15. Mai, 15. August, 15. November)
  • Steuersatz — von 0,654 € bis 1,654 € je angefangene 1.000 kg höchstzulässiges Gesamtgewicht pro Monat

Besitzer solcher Fahrzeuge erhalten einen Steuerbescheid vom Finanzamt mit QR-Code zur Zahlung.

Was passiert bei Nichtzahlung der Kfz-Steuer?

Verspätete oder ausbleibende Zahlung der Kfz-Steuer in Österreich hat schwerwiegende Folgen:

  1. Mahnung von der Versicherung — bei Zahlungsverzug (der die Steuer einschließt) schickt die Versicherung eine Mahnung.
  2. Kündigung des Versicherungsvertrags — nach 1 Monat ohne Zahlung wird die Versicherung gekündigt. Kritisch: Das Finanzamt wird nicht automatisch vorab informiert.
  3. Nachforderung vom Finanzamt — wird die Versicherung wegen Nichtzahlung gekündigt, kann das Finanzamt die Steuer für den gesamten Zeitraum ohne Versicherung nachfordern, zuzüglich Verzugszinsen.
  4. Stilllegung des Fahrzeugs — ohne Versicherung ist die Zulassung ungültig. Sie dürfen das Fahrzeug nicht mehr im öffentlichen Verkehr bewegen.
  5. Zwangsweise Einbringung — bei wiederholten Verstößen kann das Finanzamt die Steuer durch Pfändung oder Kontosperre einbringen.

Laut Finanz.at sind Zwangsbeitreibungen der Kfz-Steuer keine Seltenheit, und das Finanzamt hat weitreichende Befugnisse zur Schuldeneintreibung.

Motorrad-Steuer in Österreich

Für Motorräder gilt eine vereinfachte Berechnung. Bei Zulassung in Österreich wird die Motorbezogene Versicherungssteuer nur nach der Leistung berechnet:

(kW − 52) × 0,55 € pro Monat

Mindestsatz: 6,50 € pro Monat, Höchstsatz: 76 € pro Monat.

Beispiel für eine BMW R 1250 GS (100 kW):

  • (100 − 52) × 0,55 = 26,40 € pro Monat
  • × 12 = 316,80 € pro Jahr

Seit April 2025 werden auch Elektromotorräder besteuert, jedoch mit einer rein leistungsbasierten Formel (ohne Gewichtskomponente). E-Mopeds (bis 4 kW) bleiben weiterhin befreit.

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Wie Sie bei der Kfz-Steuer sparen können

Es gibt mehrere legale Wege, Ihre Motorbezogene Versicherungssteuer zu reduzieren:

Wählen Sie ein Auto mit niedrigerer Leistung und geringeren Emissionen. Die Steuer hängt direkt von kW und CO₂ ab. Der Unterschied zwischen 100 kW und 150 kW kann 300–500 € pro Jahr betragen.

Zahlen Sie jährlich. Der Zuschlag von +10 % bei monatlicher Zahlung ist reine Verschwendung. Mit der jährlichen Zahlweise behalten Sie dieses Geld.

Nutzen Sie Saisonkennzeichen. Für Motorräder, Cabrios oder Sommerautos können Sie ein Saisonkennzeichen beantragen und nur für die aktiven Monate Steuer zahlen.

Prüfen Sie die Berechnung. Fehler in den Zulassungsdokumenten (Leistung, CO₂, Erstzulassungsdatum) kommen vor. Vergleichen Sie die Angaben mit Ihrem Zulassungsschein. Bei Fehlern wenden Sie sich an Ihre Versicherung.

Vergleichen Sie Versicherungen. Der Steuersatz ist zwar gesetzlich festgelegt, aber die allgemeine Versicherungssteuer (11 % der Prämie) sinkt mit dem Versicherungsbeitrag. Wie Durchblicker feststellt, können die Preisunterschiede zwischen Versicherern bis zu 40 % betragen.

Bei Zuzug nach Österreich — im ersten Jahr ausländische Kennzeichen nutzen. Bis zu einem Jahr nach der Anmeldung dürfen Sie mit ausländischen Kennzeichen fahren, ohne österreichische Kfz-Steuer zu zahlen. Aber zögern Sie nicht zu lange — illegale Nutzung ausländischer Kennzeichen wird mit hohen Strafen geahndet.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Kfz-Steuer in Österreich teurer als in Deutschland?

Die deutsche Kfz-Steuer ist für ältere, kleine Autos meist günstiger, aber für Diesel höher. Österreichs System ist stärker an CO₂ und kW gekoppelt — leistungsstarke Autos zahlen deutlich mehr. Für ein durchschnittliches Familienauto ist Österreich tendenziell teurer.

Muss ich für ein Neufahrzeug Kfz-Steuer zahlen?

Ja. Die Steuer entsteht mit Abschluss der Versicherung (die für die Zulassung erforderlich ist). Der erste Monat wird anteilig berechnet.

Sind Hybride von der Kfz-Steuer befreit?

Nein, aber Hybride zahlen weniger, da die Steuer nur nach der Leistung des Verbrennungsmotors berechnet wird — der Elektromotor bleibt unberücksichtigt. Plug-in-Hybride (PHEV) verlieren ab 2025 jedoch ebenfalls einige Vorteile.

Kfz-Steuer vs. motorbezogene Versicherungssteuer — was ist der Unterschied?

Für Pkw sind sie identisch. Streng genommen wurde die Kfz-Steuer als eigenständige Abgabe 1993 abgeschafft, aber der Begriff ist im Alltag gebräuchlich. Rechtlich handelt es sich um die Motorbezogene Versicherungssteuer.

Mein Auto ist in Österreich zugelassen, ich lebe aber im Ausland. Muss ich trotzdem zahlen?

Ja, solange das Fahrzeug in Österreich zugelassen ist, fällt die Steuer an. Um sie zu beenden, müssen Sie das Fahrzeug abmelden oder eine Befreiung beantragen.

Fazit: Was Sie zur Kfz-Steuer in Österreich wissen müssen

Die Kfz-Steuer in Österreich (Motorbezogene Versicherungssteuer) ist eine jährliche Pflichtabgabe für jeden Fahrzeugbesitzer. Hier die wichtigsten Punkte:

  • Für Pkw ist die Steuer in der Versicherungsprämie enthalten — Sie zahlen sie gemeinsam mit der Kfz-Haftpflichtversicherung
  • Die Höhe hängt von Motorleistung (kW) und CO₂-Ausstoß ab — stärkere und emissionsreichere Autos zahlen mehr
  • Mindestens: 6,50 €/Monat (78 €/Jahr), höchstens: 76 €/Monat (912 €/Jahr) für Pkw
  • E-Autos werden seit April 2025 besteuert — nach einer neuen Leistungs-Gewicht-Formel
  • Jährliche Zahlung ist am günstigsten — keine Unterjährigkeitszuschläge
  • Beim Autokauf kW und CO₂ vergleichen — ein Unterschied von 50 kW kann 500+ € pro Jahr ausmachen

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