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Bergrettung Sölden: Panorama des Ötztals mit dem Wildspitz-Gipfel, wo die Rettungsaktion der Bergrettung Sölden stattfand
Bergrettung Sölden: Familien mit Babys aus höchster Absturzgefahr gerettet
Nachrichten

Bergrettung Sölden: Familien mit Babys aus höchster Absturzgefahr gerettet Bergrettung Sölden: 36 Wanderer mit Babys im Kinderwagen steckten im Absturzgelände am Wildspitzlift fest. Zwei Hubschrauber retteten alle ohne Verletzte. Topics: Nachrichten, Freizeit & Kultur.

Am Sonntag, dem 9. August, lief im Ötztal in Tirol einer der größten Rettungseinsätze des Sommers. Drei Großfamilien mit 36 Wanderern, darunter zwei Babys im Kinderwagen, steckten im Absturzgelände auf rund 2.300 Metern fest. Die Gruppe verteilte sich über 200 Höhenmeter, manche standen einen halben Meter über dem Abgrund. Die Bergrettung Sölden und zwei Hubschrauber evakuierten alle unverletzt. Hier lesen Sie, wie der Einsatz ablief, warum die Familien mit Kinderwägen auf einen ungeeigneten Steig gerieten und wie Sie Ähnliches in den österreichischen Alpen vermeiden.

Wie der Einsatz begann

Die Meldung erreichte die Bergrettung Sölden um 17.15 Uhr. Zunächst hieß es, im Bereich der Bergstation der Seilbahn im Ortsteil Vent hätten sich zwischen 10 und 15 Personen verirrt. Einsatzleiter Jakob Fiegl telefonierte mit der Melderin — alle seien sicher, kämen aber nicht allein weiter.

Wenige Minuten später meldete die Leitstelle Tirol weitere Personen im selben Gebiet, darunter einen Verletzten. Damit startete der Großeinsatz. Wie krone.at berichtet, alarmierte Fiegl sofort den Notarzthubschrauber Martin 8 und später den Polizeihubschrauber Libelle Tirol.

Drei Familien mit Babys im Kinderwagen

Wie sich herausstellte, waren drei befreundete Familien unterwegs: 17 Belgier, 9 Briten, 7 Österreicher und 3 US-Amerikaner. Die Gruppe aus 36 Personen wollte von der Bergstation des Wildspitz-Sessellifts (2.325 m) ins Tal wandern. Laut Polizei wählten die Wanderer einen Steig Richtung Nordosten, der für Kinderwägen völlig ungeeignet ist.

Das Unglaubliche daran: In der Gruppe waren zwei Babys unter einem Jahr, die ihre Eltern in Kinderwägen transportierten. Wie ORF Tirol berichtet, kamen die Wanderer mehrfach vom markierten Weg ab und gerieten schließlich in eine steile Rinne auf rund 2.300 Metern.

Einige waren etwa einen halben Meter über dem Abgrund und konnten sich kaum halten. Sogar ein Kinderwagen war im Absturzgelände. Diese Geschichte hätte auch ganz anders ausgehen können — die Rettung stand Spitz auf Knopf.

— Jakob Fiegl, Einsatzleiter Bergrettung Sölden

Wie die Hubschrauber die Menschen retteten

14 Personen wurden per Luft evakuiert — die meisten mit dem Tau (Rettungsseil). Die übrigen 22 Wanderer brachten die Bergretter zu Fuß und mit Einsatzfahrzeugen ins Tal. Die Crews arbeiteten unter schwierigsten Bedingungen: Die Gruppe hatte sich am Hang zerstreut, die Teilnehmer lagen bis zu 200 Höhenmeter auseinander.

Besonders dramatisch verlief die Rettung zweier Brüder. Flugretter Stephan Kuen vom Hubschrauber Martin 8 schildert: Er sicherte sich an einer Felsplatte, sicherte den einen Buben, seilte sich dann zu dessen Bruder ab, und beide wurden ausgeflogen. Der Vater sah der Rettung seiner Söhne vom Nachbarhang zu, wo er mit den übrigen Familienmitgliedern wartete.

Warum die Lage kritisch war

Auf rund 2.300 Metern in einer steilen Rinne verloren die Wanderer den Weg. Einige standen einen halben Meter über dem Abgrund und konnten sich kaum halten. Sogar ein Kinderwagen lag im Absturzgelände — die Retter mussten ihn bergen.

Der Ortsstellenleiter der Bergrettung Sölden, Franz-Josef Fiegl, kann sich an keinen Einsatz mit einer so großen Gruppe erinnern. Die Zahl der Einsätze mit unerfahrenen Wanderern nehme tendenziell zu, sagte er. Auch DER SPIEGEL berichtete über den Fall und sprach von «Familien mit Kinderwägen im Hochgebirge».

Alle 36 Wanderer unverletzt gerettet

Bis zum Abend waren alle 36 Personen zurück im Ortsteil Vent — nach offiziellen Angaben wurde niemand verletzt. Bereits nach wenigen Minuten war klar, dass der Einsatz außergewöhnlich war: zwei Hubschrauber, dutzende Bergretter und ein Verletzter verlangten Abstimmung zwischen mehreren Einsatzkräften.

Bergrettung Sölden: Retter arbeiten am Steilhang beim Wildspitzlift

Für Familien mit Kindern ist dieser Fall eine wichtige Erinnerung: Hochalpine Wege in Österreich erfordern Erfahrung und Vorbereitung. Unser Überblick über den Sommerurlaub in Österreich hilft Ihnen, sichere Routen und Regionen für Reisen mit Kindern zu wählen.

So vermeiden Sie Ähnliches in den Bergen

Die Retter empfehlen Familien mit kleinen Kindern ein paar einfache Regeln. Prüfen Sie die Route vor dem Aufbruch: Ist sie für Kinderwägen geeignet, ist sie markiert, wie groß ist der Höhenunterschied? Wählen Sie Wege nicht auf gut Glück: Markierte Wege sind in Österreich mit rot-weißen Zeichen ausgewiesen, kinderwagentaugliche Routen sind meist gesondert gekennzeichnet.

Nehmen Sie immer warme Kleidung, Wasser und eine Erste-Hilfe-Ausrüstung mit — das Wetter in den Bergen ändert sich innerhalb von Minuten. Wichtig ist auch die Notrufnummer: 140 ist die Alpin-Notrufnummer der Bergrettung, wie sie auf der offiziellen Website des Österreichischen Bergrettungsdienstes angegeben ist. Rufen Sie an, sobald Sie merken, dass Sie den Weg nicht sicher fortsetzen können — so wie es die Wanderer in Sölden getan haben.

Bergrettung Sölden: Hubschrauber Martin 8 evakuiert Wanderer am Tau im Absturzgelände

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Menschen wurden in Sölden gerettet? Insgesamt 36 Wanderer: 17 Belgier, 9 Briten, 7 Österreicher und 3 US-Amerikaner. Davon wurden 14 per Hubschrauber und 22 zu Fuß von den Bergrettern evakuiert.

Warum waren die Familien mit Kinderwägen in den Bergen? Die drei Familien stiegen von der Bergstation des Wildspitz-Sessellifts ab und wählten einen Steig Richtung Nordosten, der für Kinderwägen ungeeignet ist. Die Gruppe kam mehrfach vom markierten Weg ab und steckte in einer steilen Rinne fest.

Welche Nummer gilt im Notfall in den Bergen Österreichs? Die Alpin-Notrufnummer 140 (Bergrettung) und der europaweite Notruf 112. Rufen Sie bei jedem Zweifel sofort an.

Ist ein Rettungseinsatz für Wanderer kostenlos? In Österreich sind Rettungseinsätze in den Bergen für Betroffene in der Regel kostenlos, je nach Umständen. Kosten für den Hubschrauber übernehmen in manchen Fällen Versicherung oder die Alpenverein-Mitgliedschaft.

Fazit

Der Einsatz der Bergrettung Sölden endete glimpflich, zeigt aber, wie schnell aus einem Familienausflug ein gefährlicher Einsatz wird. Planen Sie Routen im Voraus, wählen Sie Wege nach Ihrem Können und nehmen Sie keine Kinderwägen ins Hochgebirge. Um über Neuigkeiten rund um das Leben in Österreich auf dem Laufenden zu bleiben, abonnieren Sie unseren Newsletter. Weitere Geschichten über Bergrettungseinsätze und die Arbeit der Rettungskräfte finden Sie in unserem Artikel über den Puch G und Spenden für die Bergrettung.

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