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Verschneites Wien im Winter: Ein teurer Winter in Österreich wegen steigender Energiepreise für Gas, Diesel und Pellets

Teurer Winter in Österreich: Gas, Diesel und Pellets werden teuer

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Teurer Winter in Österreich: Gas, Diesel und Pellets werden teuer Ein teurer Winter droht Österreich: Gaspreise haben sich verdoppelt, Diesel könnte drei Euro pro Liter kosten. Die Szenarien und was Haushalte jetzt tun. Topics: Nachrichten, Wirtschaft, Verkehr.

Die Heizsaison hat begonnen, und die Rechnung könnte heuer schmerzhaft ausfallen. Wie Die Presse berichtet, sind die Gaspreise seit Jahresbeginn bereits doppelt so hoch wie zu Jahresanfang. Heizöl und Pellets liegen im Jahresvergleich rund ein Drittel über dem Niveau des Vorjahres. An der Zapfsäule greift die Regierung mit der Spritpreisbremse ein, doch der größte Preisschub steht womöglich noch bevor. Investmentbanker warnen vor einer neuerlichen Energiepreiskrise in Europa. Dieser Artikel zeigt, welche Szenarien Goldman Sachs und Oxford Economics zeichnen, warum Österreich besonders verwundbar ist und was Haushalte jetzt konkret tun können.

So teuer sind Gas, Heizöl und Pellets bereits jetzt

Die Energiepreise sind schon heute deutlich höher als im Vorjahr. Eine Megawattstunde Erdgas kostet am europäischen Referenzmarkt rund 74 Euro, vor dem Krieg im Nahen Osten waren es gut 30 Euro. Bei den Haushalten schlägt das mit Verzögerung auf die Jahresabrechnung durch.

Bei anderen Heizformen sieht es kaum besser aus: Heizöl war im August laut der Österreichischen Energieagentur 48,1 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Holz-Pellets, die gepressten Holzreste für Pelletsheizungen, verteuerten sich um 32 Prozent. Nur Fernwärme und Strom halten sich derzeit noch am besten.

An der Zapfsäule wirkt inzwischen die Spritpreisbremse: Laut dem Spritpreisrechner der E-Control kostete Diesel zum Start der Maßnahme 2,169 Euro und Super 1,862 Euro pro Liter. Wie stark die Preisbremse tatsächlich entlastet und wer am meisten profitiert, haben wir in unserem Artikel zur Spritpreisbremse untersucht.

Glühender Kachelofen mit Holzpellets und Brennholz in einem österreichischen Wohnzimmer während der Heizsaison

Warum die Gasspeicher Europas das Krisenrisiko erhöhen

Der größte Risikofaktor steckt buchstäblich unter der Erde: Kurz vor dem Winter sind die Gasspeicher der EU nur zu 71 Prozent gefüllt. Der Fünfjahresschnitt liegt bei 87 Prozent. Diese Lücke macht den Kontinent anfällig für jeden Kälteeinbruch.

Österreich steht im Ländervergleich relativ gut da. Europa als Ganzes ist dennoch verwundbar: Laut einer Einschätzung von Goldman Sachs, über die Die Presse berichtet, könnte bereits eine Kältewelle genügen, um die Gaspreise rasch über 100 Euro je Megawattstunde zu heben. Das wäre ein Sprung um mehr als ein Drittel gegenüber dem heutigen Niveau.

Verantwortlich ist diesmal nicht der Ukraine-Krieg, sondern der Nahe Osten. Die Straße von Hormuz, durch die vor dem Krieg ein Fünftel der globalen Flüssiggaslieferungen floss, ist weiterhin nicht frei passierbar. Die Preisreibung kommt diesmal aus Amerika und dem Iran.

Große weiße Gasspeichertanks an einem europäischen Energie-Terminal unter grauem Winterhimmel

Das Diesel-Szenario: bis zu drei Euro pro Liter

Der Dieselmarkt ist schon heute stark angespannt: Im Großhandel kostet ein Fass Diesel in Europa rund doppelt so viel wie vor einem Jahr. Die Ursachen sind global. Der Krieg hat die Exporte von Ölprodukten aus den Golfstaaten laut Internationaler Energieagentur um 60 Prozent einbrechen lassen. Gleichzeitig haben ukrainische Drohnenangriffe Russlands Raffinerien so stark geschwächt, dass Moskau einen Diesel-Exportstopp verhängt hat.

Mitten in diesen Markt platzt Donald Trump mit der Idee, auch die amerikanischen Dieselexporte zu beenden. Die USA liefern zuletzt knapp 2 Millionen Fass pro Tag — so viel wie nie zuvor, vor allem nach Rotterdam und Mexiko. Wie Die Presse berichtet, will Trump damit kurz vor den Midterm-Wahlen den Sprit in den USA verbilligen.

Für Europa wäre ein Exportstopp gefährlich. Nach einer Reihe von Raffinerie-Schließungen erzeugt der Kontinent nur noch rund 70 Prozent seines Dieselbedarfs selbst. Österreich musste im Vorjahr 67 Prozent des benötigten Diesels einführen. Mehr als 38 Prozent aller Pkw in Europa fahren mit Diesel, wie die Analyse von Transport & Environment zeigt. Da Diesel auch Traktoren, Baumaschinen und Industrieanlagen antreibt, träfe ein Preisschock die gesamte Wirtschaft — und würde die Zapfsäulenpreise in Richtung drei Euro pro Liter schieben.

Bei einem Exportstopp der USA könnten die europäischen Großhandelspreise für Diesel um 40 bis 50 Prozent steigen.

— Ryan Sweet, Ökonom bei Oxford Economics

Diesel-Zapfpistole an einer österreichischen Tankstelle an einem kalten Wintermorgen

Wie Europa auf den Drohkurs reagiert

Die Antwort ist bereits vorbereitet: Die EU und die G7 wollen strategische Dieselreserven freigeben, falls Trump am Exportverbot festhält, wie Die Presse meldet. Damit soll der Markt frühzeitig beruhigt werden, bevor eine Kältewelle die Nachfrage treibt.

Außerdem hat Europa ein Gegengewicht in der Hand: Amerika bezieht umgekehrt viel Benzin aus Europa. Würde die EU bei einem Exportstopp ihrerseits die Benzinausfuhren einfrieren, stiegen auch in den USA die Preise. In der Studie von Oxford Economics heißt es dennoch, Europa wäre bei einem US-Exportstopp der große Leidtragende. Ob es dazu kommt, ist offen — Trump selbst räumte inzwischen mögliche negative Folgen ein.

Was der teure Winter für Haushalte bedeutet

Rund 800.000 Haushalte in Österreich heizen noch mit Gas. Für sie ist das Zittern vor der Jahresabrechnung vertraut: Die Tarife folgen den Großhandelspreisen mit Verzögerung, oft erst im Frühjahr. Wer eine Pelletsheizung betreibt, zahlt bereits rund ein Drittel mehr als im Vorjahr.

Am besten kommen derzeit Haushalte mit Fernwärme und Strom davon. Allerdings rechnen auch die Betreiber teuer eingekaufte Energie nachträglich weiter. Für Mieter lohnt der Blick auf die Betriebskosten, denn Heizung und Warmwasser machen einen erheblichen Teil der Wohnkosten in Österreich aus. Die allgemeine Preisschraube verschärft das Problem zusätzlich: Warum Dienstleistungen in Österreich teurer werden, haben wir separat erklärt. Und die Wirtschaft würde ein Preisschock hart treffen — die österreichische Wirtschaft ist zuletzt bereits geschrumpft.

Häufig gestellte Fragen

Wie teuer wird eine Megawattstunde Gas im Winter?

Aktuell liegt der Preis bei rund 74 Euro pro Megawattstunde. Warnt Goldman Sachs, könnte eine anhaltende Kältewelle die Preise über 100 Euro heben. Für Haushalte schlägt das mit Verzögerung auf die Jahresabrechnung durch.

Steigt der Dieselpreis auf drei Euro pro Liter?

Das ist ein Worst-Case-Szenario, kein Fakt. Es tritt ein, wenn die USA ihre Dieselexporte stoppen und die Großhandelspreise um 40 bis 50 Prozent steigen. Derzeit dämpft die Spritpreisbremse mit rund 12 Cent pro Liter.

Was bedeutet die Krise für Pelletsheizungen?

Holz-Pellets sind im Jahresvergleich bereits 32 Prozent teurer, Heizöl sogar 48,1 Prozent. Besitzer von Pelletsheizungen sollten früh und in größeren Mengen einkaufen, da die Preise bis zum Winterende weiter steigen können.

Was unternimmt die Regierung gegen steigende Energiepreise?

Bundesweit gilt die Spritpreisbremse an den Zapfsäulen. Auf EU-Ebene wurden strategische Dieselreserven bereitgestellt, die bei einem US-Exportstopp freigegeben werden sollen. Ob es zusätzliche Heizkostenhilfen gibt, ist noch nicht entschieden.

Wie Sie sich auf den teuren Winter vorbereiten

Ein teurer Winter in Österreich ist kein inevitables Schicksal, aber die Risiken sind real: Gaspreise im Doppelpack, Diesel im Worst-Case bei drei Euro und Pellets ein Drittel über Vorjahr. Ihre Checkliste für die nächsten Wochen:

  • Jahresabrechnung prüfen: Vergleichen Sie Ihren Gas- und Stromtarif mit aktuellen Angeboten und wechseln Sie bei Bedarf den Anbieter.
  • Vorrat rechtzeitig kaufen: Bei Pellets und Heizöl lohnt der Einkauf vor der nächsten Kältewelle.
  • Heizverhalten anpassen: Jede Grad weniger Raumtemperatur senkt den Verbrauch um rund sechs Prozent.
  • Zapfsäule vergleichen: Die Spritpreisbremse senkt die Preise nicht an jeder Station gleich.

Bleiben Sie auf dem Laufenden: Abonnieren Sie unseren Newsletter und lesen Sie auch unseren aktuellen Bericht, warum die Spritpreise gerade sinken. Wer die Szenarien kennt, trifft Heiz- und Kaufentscheidungen mit kühlem Kopf — und das ist heuer mehr wert als je zuvor.

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