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Das weltgrößte Freiluftlabor für Drohnen in Klagenfurt — Freiluftarena mit Sicherheitsnetz am Lakeside Park
Das weltgrößte Freiluftlabor für Drohnen steht in Klagenfurt
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Das weltgrößte Freiluftlabor für Drohnen steht in Klagenfurt Das weltgrößte Freiluftlabor für Drohnen steht in Klagenfurt: die Outdoor Drone Space Austria der Uni Klagenfurt. Warum die Freiluftarena mit 1000 m² weltweit einzigartig ist und welche Technologien hier entstehen. Topics: Nachrichten, Technologie.

Die Universität Klagenfurt hat einen neuen Superlativ erreicht: Das im vergangenen Herbst fertiggestellte Freiluftlabor für Drohnen gilt als das weltgrößte seiner Art. In der Arena mit 1000 Quadratmetern Grundfläche und 15 Metern Höhe lernen autonome Drohnen, mit Wind, Regen und Nebel umzugehen. Die Forschergruppe „Control of Networked Systems” testet hier Taxirouten, Gewächshauskontrolle und Brückenwartung. Dieser Artikel zeigt, was die Outdoor Drone Space Austria so besonders macht, wie die Technik im Detail funktioniert und welche Anwendungen in Zukunft möglich sind.

Was ist die Outdoor Drone Space Austria (ODSA)?

Die Outdoor Drone Space Austria (ODSA) ist eine Freiluftarena am Lakeside Science & Technology Park am westlichen Stadtrand von Klagenfurt. Die Konstruktion erinnert an einen riesigen Käfig: 15 Meter hohe Stahlsäulen, die seitlich und nach oben mit einem grobmaschigen Netz bespannt sind, umschließen eine rechteckige Wiese von 1000 Quadratmetern.

Im Zentrum steht ein unscheinbarer grauer Baucontainer, der als „Mission Control” dient: ein leistungsstarker Server, Arbeitsplätze mit Bildschirmen und ein kleines Requisitenlager für Flugoperationen. Die Forschenden nennen die Anlage intern schlicht „Arena”. Nach Angaben der Universität Klagenfurt ist die Einrichtung ein Pionierprojekt: Drohnen können hier unter realen Außenbedingungen getestet werden, ohne den Luftraumregulatorien zu unterliegen.

Die Halle der Universität, 2019 eröffnet, war bisher die größte Drohnenhalle Europas. Mit der Fertigstellung des ODSA hat Klagenfurt nun einen neuen Rekord: das größte Freiluftlabor für Drohnen weltweit. Wie die Universität Klagenfurt in ihrem Blog berichtet, konzentriert sich die Forschung hier auf autonome Multi-Drohnensysteme.

Freiluftarena für Drohnen am Lakeside Park in Klagenfurt

Innenhalle: 37 Sensoren und millimetergenaues Tracking

Neben der Freiluftarena nutzt die Forschungsgruppe die 150 Quadratmeter große Innenhalle. An allen vier Wänden sind insgesamt 37 Sensoren angebracht, die auch minimale Bewegungen der Drohnen registrieren. Zum Einsatz kommen Infrarot-LEDs und kleine kugelförmige Reflektoren auf der Drohne.

Die Position wird 60 Mal pro Sekunde berechnet — mit einer Genauigkeit von unter einem Millimeter beziehungsweise unter einem Grad. Diese Präzision ist entscheidend, denn die Algorithmen für die Steuerung lernen aus jedem Flug. Wie Die Presse beschreibt, kann die Halle mit der Freiluftarena kombiniert werden, das Testspektrum ist damit nahtlos erweiterbar.

Kabelroboter: Sicherheit statt Simulator

Ein besonderes Merkmal des Labors ist der Kabelroboter mit vier Winden. Die Drohne kann darin eingehängt werden und stürzt im Falle einer Fehlberechnung nicht ab — sie wird wie bei einer Seilsicherung im Klettergarten aufgefangen. „Damit brauchen wir keinen Simulator”, sagt Stephan Weiss, Leiter der Forschungsgruppe.

Das minimiert das Kostenrisiko und maximiert die Entwicklungsgeschwindigkeit. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch: Der Pilot trägt Schutzhelm und -brille, die Tische mit Computern und Werkzeugen sind durch ein hohes Metallgitter vom Flugraum getrennt. Die Forschung an der Universität Klagenfurt läuft bereits seit 2008 — die Forschenden gelten international als führend bei der Zustandsschätzung von Drohnen im Raum.

Freiluftarena: Tests bei Wind, Regen und Nebel

Wir arbeiten mit Sonne, Nebel, Wind, Kälte oder Regen wie bei Einsätzen im Freien.

— Stephan Weiss, Leiter der Forschungsgruppe „Control of Networked Systems”

Der entscheidende Vorteil der Freiluftarena ist die realistische Umgebung. „Weil wir für viele unserer Anwendungsfälle davon ausgehen, dass die Drohnen im Freien wie in Wäldern oder in Katastrophengebieten zum Einsatz kommen, ist es wichtig, dass wir mit den üblichen Einflüssen von Wind, Kälte, Sonneneinstrahlung, Hitze, Nebel, Regen etc. arbeiten können”, erklärt Stephan Weiss. Diese Kombination aus Präzisions-Tracking und Freiheit des Außenbereichs macht den Standort laut österreichischer Forschungsinfrastruktur-Datenbank weltweit einzigartig.

Der Lakeside Park bietet dafür ideale Voraussetzungen: Neben den Forschungseinheiten der Universität sind hier 60 Unternehmen untergebracht — von Industriebetrieben bis zu Technologie-Startups. Direkt neben der Drohnenhalle befindet sich eine Einheit der Forschungsgesellschaft Joanneum Research, deren Tracking-Systeme gekoppelt werden können. Die Drittmittelfinanzierungsquote der Forschung liegt bei 70 Prozent.

Drohnenlabor mit Sensoren und Computern an der Uni Klagenfurt

Schwarmintelligenz: Mehrere Drohnen fliegen gemeinsam

Im Fokus der Gruppe steht die Entwicklung von Multidrohnensystemen, in denen mehrere Drohnen autonom navigieren, sich selbstständig koordinieren und Daten austauschen. „Drohnen sind die Königsdisziplin der Robotik-Plattformen”, beschreibt Thomas Jantos, Postdoc in der Gruppe, die Komplexität der Aufgabe.

Die Eigenbau-Drohnen wiegen rund 6,5 Kilogramm und erreichen ein Flugtempo von etwa zwölf Metern pro Sekunde. Das wissenschaftliche Ziel: Drohnenschwärme sollen künftig — ähnlich einem Vogelschwarm — ohne zentrale Programmierung Aufgaben erledigen. Dafür braucht es Drohnen, die sich über Kameras ein Bild von ihrer Umgebung machen und sich unabhängig von GPS im Gelände orientieren können.

Zweiter Platz beim internationalen Wettbewerb in Delft

Die Infrastruktur dient auch Studierenden als Trainingsgelände. Ein Team um Jakob Schmidinger errang unlängst beim internationalen Wettbewerb an der Uni Delft (Niederlande) den zweiten Platz. Gefordert war die Programmierung eines Einsatzes bei einem Unfallszenario: Die Drohnen mussten selbstständig den Verletzungsgrad der Verunfallten feststellen, Versorgungspakete autonom aufnehmen und die Flüge priorisieren.

Die dafür nötigen Sensoren ließen das Gewicht der Drohne auf 7,5 Kilogramm klettern. „Jedes Gramm beeinflusst allerdings die Flugdauer”, erklärt Martin Scheiber. Bei allem Gamification-Ansatz hat die Forschung nichts mit Freizeitvergnügen gemein: Die Klagenfurter gelten bei den Berechnungen zur Lagedarstellung von Drohnen international als führend. Stephan Weiss, gebürtiger Schweizer mit Forschungserfahrung an der ETH Zürich, betont das kooperative Arbeitsklima in Kärnten.

Autonome Drohne bei der Brückeninspektion in Kärnten

Einsatzgebiete: Von Gewächshäusern bis zu Staudämmen

Die Anwendungsfelder der entwickelten Technologien sind breit: Robotaxis und Zustelldienste, Inspektionsflüge bei Staudämmen oder Brücken, Kontrolle in Wäldern und Weingärten sowie Wartungsarbeiten in Reedereien, wo riesige Schiffe auch unter Wasser mittels Drohnen kontrolliert werden. Sogar Kontrollflüge durch Gewächshäuser sind geplant, um den Reifegrad kleiner Tomaten zu bestimmen.

„Mittels künstlicher Intelligenz sollen die Drohnen dann autonom Analysen erstellen und notwendige Maßnahmen treffen”, umreißt Thomas Jantos den Ansatz seines Projekts, das von der Christian-Doppler-Gesellschaft gefördert wird und bis 2028 läuft. Stephan Weiss hat bereits die nächste Aufgabe im Visier: Zustandsschätzungsmethoden zwischen Drohnen und einem Boot auf dem Wasser — ein mögliches Einsatzgebiet liegt praktisch vor der Haustüre, der Wörthersee.

Die Entwicklung der Drohnenforschung in Klagenfurt zeigt, wie Österreich seine Position in der autonomen Robotik ausbaut. Interessierte können sich auch über unsere Artikel zu Tech-Startups in Österreich oder zum Studium in Österreich informieren. Die Zukunft der Drohnen wird in Kärnten geschrieben — im größten Freiluftlabor für Drohnen der Welt.

Häufig gestellte Fragen

Wo steht das weltgrößte Freiluftlabor für Drohnen?

Das Freiluftlabor für Drohnen steht in Klagenfurt am Lakeside Science & Technology Park. Die Outdoor Drone Space Austria (ODSA) der Universität Klagenfurt gilt mit 1000 Quadratmetern Grundfläche als das größte Freiluftlabor für Drohnen weltweit.

Was kann man in der Freiluftarena testen?

In der Arena können autonome Drohnen unter realen Bedingungen getestet werden — mit Wind, Regen, Nebel, Kälte und Hitze. Erprobt werden unter anderem Taxirouten, Gewächshauskontrolle, Brückenwartung und Einsätze in Katastrophengebieten, ohne den Luftraumregulatorien zu unterliegen.

Wie präzise ist das Tracking im Drohnenlabor?

In der Innenhalle berechnen 37 Sensoren die Position der Drohne 60 Mal pro Sekunde mit einer Genauigkeit von unter einem Millimeter beziehungsweise unter einem Grad. Ein Kabelroboter mit vier Winden fängt die Drohne bei Fehlberechnungen auf.

Seit wann forscht die Uni Klagenfurt an Drohnen?

Die Drohnenforschung an der Universität Klagenfurt läuft seit 2008. 2019 wurde die Innenhalle eröffnet, seit Herbst 2025 ist zusätzlich die Freiluftarena ODSA in Betrieb.

Fazit: Kärnten schreibt Drohnengeschichte

Das weltgrößte Freiluftlabor für Drohnen in Klagenfurt ist mehr als eine Attraktion: Es ist internationale Spitzenforschung unter freiem Himmel. Die Kombination aus 37-Sensoren-Innenhalle, Kabelroboter und 1000-Quadratmeter-Freiluftarena ist weltweit einmalig. Für Einwanderer und Fachkräfte zeigt dieses Projekt, dass Österreichs Technologiebranche offene Türen bietet — von Forschungspositionen bis zu Startups. Wer mehr über die Arbeitswelt in Österreich erfahren möchte, findet in unserem Newsletter regelmäßig aktuelle Einblicke.

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