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Kinder warten bis zu sieben Monate auf Operation — Wartebereich einer Wiener Spital-Kinderabteilung

Neue Schockzahlen: Kinder warten bis zu sieben Monate auf Operation

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Neue Schockzahlen: Kinder warten bis zu sieben Monate auf Operation Stadtrechnungshof: Kinder warten bis zu sieben Monate auf eine planbare HNO-Operation. Ersttermin in der HNO-Ambulanz erst nach mindestens sechs Monaten. Topics: Nachrichten, Gesundheit.

Der Wiener Stadtrechnungshof hat einen Bericht vorgelegt, den die Medien als Zeugnis des Scheiterns bezeichnen. Das Hauptergebnis: In den städtischen Kliniken Wiens (Städtische Kliniken, WSK) warten Kinder bis zu sieben Monate auf eine planbare Hals-Nasen-Ohren-Operation. Die mittleren Wartezeiten lagen bei 22 bis 30 Wochen. Der erste Termin in einer HNO-Ambulanz dauert mindestens sechs Monate. Was der Bericht zeigt, warum die Spitalskonzept-2030-Reform ihre Ziele verfehlt hat und was Eltern jetzt tun können.

Schockzahlen: Kinder warten 22 bis 30 Wochen auf die Operation

Kinder in den Wiener Städtischen Kliniken warteten zuletzt 22 bis 30 Wochen auf eine planbare HNO-Operation — und das sind die mittleren Werte: Die Hälfte der Patienten wartete also noch länger. 30 Wochen sind fast sieben Monate Wartezeit auf einen Eingriff, den der Arzt bereits veranlasst hat. Die Zahlen nennt heute.at unter Berufung auf den Bericht des Stadtrechnungshofs.

Noch dramatischer ist die ambulante Versorgung: Am Ende des geprüften Zeitraums bekamen Patientinnen und Patienten einen Ersttermin in einer städtischen HNO-Ambulanz erst nach mindestens sechs Monaten. Wie krone.at schreibt, sieht das bei Erwachsenen ähnlich aus — bei Kindern trifft die Wartezeit aber am schwersten, weil sie in eine Phase der aktiven Entwicklung fällt.

Die Prüfung umfasste den Zeitraum seit Ende 2021; der Tätigkeitsbericht 2026 des Kontrollorgans wurde am 6. Oktober 2026 veröffentlicht. Alle Berichte des Stadtrechnungshofs stehen online zur Verfügung.

Kinder warten bis zu sieben Monate auf Operation — Wartezeiten in der Kinder-HNO-Ambulanz einer Wiener Stadtklinik

Was der Stadtrechnungshof geprüft hat und warum Abteilungen geschlossen wurden

Auslöser war das Spitalskonzept 2030 des Wiener Gesundheitsverbunds (WIGEV), im Zuge dessen das regionale HNO-Netz neu geordnet wurde. Im April 2024 übersiedelte die HNO-Abteilung der Klinik Favoriten in die Klinik Donaustadt, jene der Klinik Hietzing in die Klinik Landstraße. Zusätzlich schloss die HNO-Ambulanz der Klinik Ottakring. Wie meinbezirk.at beschreibt, sollte sich die gesamte HNO-Versorgung künftig auf zwei neue Schwerpunktstandorte konzentrieren.

Der Wiener Gesundheitsverbund hatte für drei Bereiche Zielwerte definiert: ambulante Versorgung, stationäre Versorgung und Operationsbereich. Der Stadtrechnungshof verglich Plan und Ist — und stellte fest, dass die selbst gesteckten Ziele in mehreren Kernbereichen verfehlt wurden.

Warum die HNO-Reform ihre Ziele verfehlt hat

Die Prüfung ergab: Die Auslastung der HNO-Betten lag in beiden Kliniken teilweise deutlich unter dem geplanten Zielwert, und auch die Ambulanzfrequenzen wurden spürbar unterschritten. Die vorgesehenen Operationsbetriebszeiten standen in beiden Häusern nicht vollumfänglich zur Verfügung — chirurgische Teams konnten das Operationspensum physisch nicht abarbeiten. Wie krone.at weiter berichtet, wurde die Statistik der Reform geschönt, während Ärzte das Debakel längst kommen sehen und vor schweren Folgeschäden gewarnt hatten.

Ein weiterer brisanter Befund: Zwischen 2020 und 2025 wurden auf Grundlage der Kooperationsvereinbarung mit Privatkliniken insgesamt nur 21 HNO-Operationen durchgeführt. Die Wiener Grünen wiesen in ihrer Presseaussendung darauf hin, dass der private Sektor als Entlastungsklappe praktisch ungenutzt blieb.

Bericht des Wiener Stadtrechnungshofs zur HNO-Reform — Prüfung der Spitalberichte

Was lange Wartezeiten für Kinder bedeuten

HNO-Probleme bei Kindern sind nicht „nur ein wehes Ohr”. Sechs bis sieben Monate Wartezeit bedeuten: Das Kind lebt monatelang mit Hörstörungen, Schlaf- und Atemproblemen und fällt aus Kindergarten oder Schule heraus. Das größte Risiko: Während Familien warten, kann aus dem akuten Problem eine Chronifizierung werden — und ein verspäteter Eingriff kann schwere Folgeschäden nach sich ziehen.

Eine Wartezeit von sechs bis sieben Monaten auf einen Operationstermin ist für Kinder und deren Angehörige eine enorme Belastung. Durch die gesundheitlichen Einschränkungen — von Hörstörungen bis zu Schlaf- und Atemproblemen — werden Kinder oft monatelang aus ihrem Alltag gerissen. Während der Wartezeit droht außerdem eine Chronifizierung der Beschwerden oder sogar das Auftreten von akuten Komplikationen. Das ist völlig unzumutbar.

— Barbara Huemer, Gesundheitssprecherin der Wiener Grünen

Auch David Ellensohn, Vorsitzender des Stadtrechnungshof-Ausschusses, zieht ein klares Fazit: Die Schaffung der beiden neuen HNO-Schwerpunktstandorte sowie die Kooperationsvereinbarungen mit den Privaten hätten „offenbar nicht wesentlich zur Verbesserung der Versorgung beigetragen“.

HNO-Untersuchung eines Kindes in Wien — die planbare Operation dauert die Wartezeit bis zu sieben Monate

Empfehlungen des Rechnungshofs und Reaktion des Gesundheitsverbunds

Der Stadtrechnungshof gab der Stadtverwaltung drei Empfehlungen: klare Schwellenwerte für Abweichungen von den Zielen festlegen, die Ursachen der Unterschreitungen prüfen und die Evaluierung der HNO-Planung beschleunigen. Der Wiener Gesundheitsverbund erwiderte, dass Empfehlungen teils bereits umgesetzt, teils noch in Umsetzung seien und die Leistungen im geprüften Zeitraum schrittweise gestiegen seien. Politisch fordern die Grünen rasche Behebung der Defizite; die FPÖ wirft dem Stadtrat für Gesundheit Thomas Hacker vor, das System kaputtzusparen.

Was Eltern jetzt tun können

Das praktische Fazit für Familien: Die beiden HNO-Schwerpunkte sind Klinik Donaustadt und Klinik Landstraße; die Behandlung erfolgt mit Zuweisung und e-card. Was wirklich hilft, die Wartezeit zu verkürzen:

  • Wahlarzt-Status prüfen: Behandelt der Arzt als Wahlarzt, wird die Differenz zwischen Kassentarif und tatsächlichem Honorar über die Krankenkasse rückerstattet — seit 2026 erschweren Zuzahlungen beim Arztbesuch vielen Patienten diese Variante, siehe unser Überblick zu den neuen ÖGK-Selbstbehalten.
  • Nicht abwarten: Bei Hörproblemen, lautem Schnarchen oder Verdacht auf Schlafapnoe das Kind umgehend auf die Warteliste setzen lassen — fortgeschrittene Beschwerden darf man nicht aufschieben.
  • Präventionsprogramme im Blick behalten: Auch der elektronische Eltern-Kind-Pass (Vorsorgeuntersuchungsprogramm für Kinder) hat Verzögerungen erlebt — wie wir berichteten, IT-Probleme treffen zuerst die Familienprävention.

Der Schock-Bericht des Stadtrechnungshofs ist ein Signal: Die Wartelisten in den Wiener Städtischen Kliniken schrumpfen bisher nicht. Wenn euch die Wiener Gesundheitsversorgung wichtig ist, abonniert den how2austria-Newsletter — wir beobachten die Entwicklungen und erklären sie verständlich.

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