Zum Inhalt springen
🇦🇹
Pflegegeld 2027 Erhöhung Österreich – Bescheid und Euro-Scheine

Pflegegeld 2027: Erhöhung für über 500.000 Bezieher – was sich ändert

Nachrichten

Pflegegeld 2027: Erhöhung für über 500.000 Bezieher – was sich ändert Pflegegeld steigt 2027 in allen 7 Stufen: volle Inflationsabgleichung, 120 Millionen Euro. Aktuelle Beträge, Voraussetzungen und was Betroffene wissen müssen. Topics: Nachrichten, Gesundheit, Politik.

Mehr als eine halbe Million Menschen in Österreich beziehen Pflegegeld – und ab 2027 wird die Leistung höher. Trotz eines harten Sparpakets hat die Regierung den vollen Inflationsabgleich für alle sieben Stufen gesichert. Das kostet den Bund rund 120 Millionen Euro. In diesem Artikel erfahren Sie, wie viel aktuell pro Stufe gezahlt wird, was sich ab 1. Jänner 2027 konkret ändert und wie Sie das Pflegegeld beantragen.

Was sich 2027 ändert

Ab Jänner 2027 steigt das Pflegegeld in allen sieben Stufen um die volle Inflationsrate. Wie Krone berichtet, wurde diese Leistung trotz des beschlossenen Sparbudgets ausdrücklich geschützt. Die Mehrkosten für den Bund betragen rund 120 Millionen Euro pro Jahr.

Durchgesetzt hat die Erhöhung Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ). Der Mechanismus ist vertraut: Seit 2020 wird das Pflegegeld jedes Jahr mit Wirkung vom 1. Jänner automatisch valoriert, und zwar mit dem Faktor nach § 108f ASVG. Die Rechtsgrundlage ist das Bundespflegegeldgesetz.

Die Menschen, die täglich pflegen, und jene, die auf Pflege angewiesen sind, verdienen unsere volle Unterstützung. Deshalb bin ich sehr froh darüber, dass es gelungen ist, die Pflegegeld-Erhöhung für 2027 abzusichern.

— Korinna Schumann, Bundesministerin für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz

Pflegegeld 2026: die Beträge der sieben Stufen

2026 gelten folgende maximalen Pflegegeld-Beträge – sie werden monatlich ausbezahlt und sind steuerfrei. Laut oesterreich.gv.at richtet sich die Höhe nach der Pflegestufe:

StufeBetrag pro Monat (2026)
Stufe 1206,20 €
Stufe 2380,30 €
Stufe 3592,60 €
Stufe 4888,50 €
Stufe 51.206,90 €
Stufe 61.685,40 €
Stufe 72.214,80 €

Auf diese Beträge wird sich die Erhöhung 2027 aufbauen. Die genauen neuen Summen werden veröffentlicht, sobald der offizielle Valorisierungsfaktor feststeht – nach den Erfahrungen der Vorjahre geschieht das zum Jahresende, gültig ab 1. Jänner.

Pflegegeld 2027 Österreich – Beträge und Unterlagen am Schreibtisch

Voraussetzungen und Antrag: wer bekommt das Pflegegeld?

Pflegegeld steht Menschen zu, deren Pflegebedarf mehr als 65 Stunden pro Monat beträgt. Den Regeln auf oesterreich.gv.at zufolge wird der Antrag bei der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) gestellt, bei kleinen Pensionen bei der zuständigen Landesregierung.

Danach kommt der Arzt ins Spiel: Eine Ärztin oder ein Arzt besucht den Antragsteller zu Hause und schätzt ein, wie viele Stunden im Monat tatsächlich für Hilfe anfallen – Waschen, Anziehen, Essen, Medikamente, Beaufsichtigung. Nach diesem Hausbesuch wird eine der sieben Pflegestufen zugeteilt. Auch Kinder können Pflegegeld erhalten – für sie gelten eigene, niedrigere Stundenschwellen.

Ein wichtiger Hinweis: Bei einem Spitalsaufenthalt ruht das Pflegegeld ab dem zweiten Tag, wenn die Kasse die Kosten trägt. Und wer selbst einen Angehörigen pflegt, sollte den Pflegeurlaub in Österreich kennen – bezahlte Freistellung, die es erlaubt, vorübergehend von der Arbeit wegzubleiben, ohne Einkommen zu verlieren.

Warum immer mehr Menschen Pflegegeld beziehen

Die Zahl der Bezieher wächst fast jeden Monat. Im Juni 2026 bezogen 508.897 Personen Pflegegeld – rund 7.700 mehr als noch vor einem Jahr, schreibt Krone. Hauptgrund ist die alternde Bevölkerung: mehr ältere Menschen bedeuten mehr Pflegeanträge.

Ein aufschlussreiches Detail in der Statistik: Am stärksten wächst Stufe 1 – leichter Pflegebedarf, wenn jemand ein paar Mal pro Woche Hilfe braucht. Die höchste und teuerste Stufe 7 ist die einzige mit einem deutlichen Rückgang der Bezieher.

Die Mehrheit der Bezieher sind Frauen: 310.040 Personen, knapp 61 Prozent. Für viele Familien ist das Pflegegeld nicht nur eine Zusatzzahlung, sondern die Möglichkeit, eine Betreuungskraft zu finanzieren oder das Einkommen jenes Familienmitglieds aufzufangen, das für die Pflege eines Elternteils aus dem Job ausgestiegen ist. Die meisten Bezieher sind Pensionisten – wie das Pflegegeld mit dem Pensionssystem zusammenspielt, zeigt unser Überblick über das Pensionsmodell Österreichs.

Pflegegeld 2027 Österreich – Angehörige pflegen Seniorin zu Hause

Wie viel mehr Geld kommt real dazu?

Der Valorisierungsmechanismus ist jedes Jahr gleich: Der Anpassungsfaktor wird nach § 108f ASVG berechnet – demselben Gesetz, nach dem auch Pensionen erhöht werden. Der genaue Wert hängt von der durchschnittlichen Inflation des Jahres ab.

Die Prognosen der Ökonomen geben eine erste Orientierung: Bleibt die Inflation 2026 im Bereich von rund 2,5 bis 3 Prozent, würde Stufe 1 um etwa 5 bis 7 Euro pro Monat steigen, Stufe 7 um rund 55 bis 65 Euro. Das ist eine Schätzung, keine offizielle Zahl – die endgültigen Beträge folgen mit der Veröffentlichung des Preisindex.

Für das Budget zählt vor allem der Trend: 7.700 Bezieher mehr binnen eines Jahres bedeuten, dass die Ministerin 2028 erneut Geld suchen muss. Wie Krone festhält, steigen die Ausgaben weiter mit der Statistik.

Auch die Abgrenzung zu anderen Leistungen ist wichtig. Das Krankengeld zahlt die Krankenkasse einem erwerbstätigen Menschen während der Krankheit – dazu lesen Sie unseren Beitrag zum Krankengeld in Österreich. Und wer sich um die medizinische Absicherung überhaupt sorgt, findet in unserem Artikel zum Leben ohne Krankenversicherung die wichtigsten Antworten.

Antrag auf Pflegegeld – Formulare und Unterlagen in einer österreichischen Behörde

Häufig gestellte Fragen

Muss man auf das Pflegegeld Steuern zahlen? Nein. Das Pflegegeld ist steuerfrei und mindert keine anderen Sozialleistungen. Auch bei der Mindestsicherung wird es nicht als Einkommen zugerechnet – Details in unserem Beitrag zur Mindestsicherung in Österreich.

Kann man Pflegegeld beziehen und arbeiten? Ja. Der Anspruch hängt ausschließlich vom festgestellten Pflegebedarf ab, nicht vom Einkommen. Ob Sie arbeiten oder nicht, spielt keine Rolle.

Was tun, wenn sich der Zustand verschlechtert? Stellen Sie einen Erhöhungsantrag auf eine höhere Pflegestufe. Eine Ärztin oder ein Arzt bewertet die Stunden neu. Wenn sich die Situation innerhalb von sechs Monaten nach einer Ablehnung ändert, kann ein neuer Hausbesuch auch früher beantragt werden.

Bekommen auch Kinder Pflegegeld? Ja, ab der Geburt. Für Kinder bis 3, 7, 10 und 15 Jahren gelten eigene, niedrigere Stundenschwellen. Den Antrag stellen die Eltern.

Was Betroffene jetzt tun können

Die Lage lässt sich so zusammenfassen:

  • Die Pflegegeld-Erhöhung ab 1. Jänner 2027 betrifft alle 7 Stufen – ein eigener Antrag ist nicht nötig, die Valorisierung erfolgt automatisch.
  • Die aktuellen Beträge 2026 reichen von 206,20 € bis 2.214,80 € pro Monat.
  • Wer noch kein Pflegegeld bezieht und einen Pflegebedarf von mehr als 65 Stunden pro Monat hat, stellt den Antrag bei der PVA – die Erhöhung 2027 greift auch für Sie.
  • Eine Verschlechterung der Gesundheit ist ein Grund, eine höhere Stufe zu beantragen.

Sobald die Regierung die exakten Beträge 2027 veröffentlicht, aktualisieren wir diesen Artikel. Um keine Änderung bei Sozialleistungen zu verpassen, abonnieren Sie unseren Newsletter – wir erklären sie verständlich und rechtzeitig.

Einmal pro Woche · Sonntags · Kein Spam

Bleib auf dem Laufenden mit Österreich-News

Die wichtigsten Themen der Woche — Nachrichten, Ratgeber und Einblicke zum Leben in Österreich. Jeden Sonntag in deinem Postfach.

Bundeskanzler Christian Stocker zur Gesundheitsreform in Österreich
Nachrichten

Stocker zur Gesundheitsreform: „Ich gebe grundsätzlich keine Garantien ab“

Vizekanzler Andreas Babler verteidigt steigende Gesundheitsausgaben im Ö1-Interview
Nachrichten

„Ja, es wird teurer“: Babler verteidigt steigende Gesundheitsausgaben

Verbrenner-Verbot und CO₂-Ziele der EU: Verkehr auf einer Wiener Straße
Nachrichten

Verbrenner-Verbot durch die Hintertür: Was das für Autofahrer bedeutet