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Arbeit in der Pension in Österreich — Pensionist arbeitet am Laptop im Wiener Café
Arbeit in der Pension in Österreich: Regeln, Zuverdienst und Steuern
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Arbeit in der Pension in Österreich: Regeln, Zuverdienst und Steuern Arbeit in der Pension in Österreich — Regeln für Zuverdienst, Grenzen, Steuern und Versicherung 2026: wie viel Sie dazuverdienen dürfen, ohne die Pension zu verlieren. Topics: Arbeit, Arbeitsmarkt, Karriere & Bildung.

Arbeit in der Pension ist in Österreich legal, weit verbreitet und klar geregelt — aber die Regeln hängen davon ab, welche Pension Sie beziehen. Wer eine reguläre Alterspension bezieht und das Regelpensionsalter erreicht hat, darf unbegrenzt dazuverdienen. Für Früh- und Sonderpensionen gilt dagegen eine strenge Zuverdienstgrenze von 551,10 Euro pro Monat im Jahr 2026.

Dieser Leitfaden erklärt, für wen Arbeit in der Pension in Österreich ohne Limits möglich ist, wo die Grenze von 551,10 Euro gilt, wie Anrechnung bei Invaliditätspension funktioniert, wie Zuverdienst besteuert wird, was mit Krankenversicherung und Sozialabgaben passiert, welche Jobs Pensionisten wählen und wie viele Menschen nach dem Pensionsantritt weiterarbeiten. Mit Tabellen, Zahlen für 2026 und Schritt-für-Schritt-Plan — gestützt auf offizielle Quellen. Für den umfassenden Überblick über alle Regeln zum Arbeitsmarkt, Anmeldung und Sozialversicherung siehe unseren Leitfaden zum Arbeiten in Österreich.

Darf man in der Pension arbeiten: die Grundregel für Arbeit in der Pension

Ja, Arbeit in der Pension ist in Österreich für alle Pensionsarten erlaubt — aber zu unterschiedlichen Bedingungen. Die Grundregel lautet: Wer das Regelpensionsalter (65 Jahre für Männer, für Frauen ab 60,5 mit schrittweiser Anhebung auf 65 bis 2033) erreicht hat und eine reguläre Alterspension bezieht, darf unbegrenzt dazuverdienen, ohne dass die Pension gekürzt wird. Das bestätigt oesterreich.gv.at: Neben einer regulären Alterspension ist unbegrenzter Zuverdienst möglich.

Wer hingegen vorzeitig in Pension gegangen ist — Korridorpension, Hacklerregelung (Langzeitversicherung) oder Schwerarbeitspension — darf bis zum Regelpensionsalter nur bis zur Geringfügigkeitsgrenze dazuverdienen. Im Jahr 2026 liegt diese Grenze bei 551,10 Euro pro Monat brutto. Ein Verdienst darüber, der eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung begründet, führt dazu, dass die Pension für diesen Zeitraum entfällt.

Für die Invaliditätspension und Berufsunfähigkeitspension gilt eine eigene Logik: Bis 551,10 Euro keine Auswirkung, darüber greift die Anrechnung des Einkommens bei einem Gesamteinkommen über 1.599,99 Euro. Wer seine Pensionsart kennt, kennt seine Grenze — deshalb ist die Abklärung bei der PVA der erste Schritt vor jedem Nebenjob.

Welche Pensionen unbegrenzte Arbeit in der Pension erlauben

Unbegrenzte Arbeit in der Pension ist nur für eine Gruppe möglich: Bezieher einer regulären Alterspension nach Erreichen des Regelpensionsalters. Sobald diese Altersschwelle überschritten ist, hat zusätzliches Erwerbseinkommen keinen Einfluss mehr auf die Pensionshöhe. Mehr noch: Liegt der Zuverdienst über der Geringfügigkeitsgrenze und werden Pensionsbeiträge entrichtet, entsteht ein besonderer Höherversicherungsbetrag, der die spätere Pension erhöht.

Für alle anderen Pensionen gelten bis zum Regelpensionsalter Beschränkungen. Die Übersicht zeigt, wo Freiheit herrscht und wo das Limit greift:

PensionsartZuverdienstgrenze 2026Bei Überschreitung
Alterspension (Regelpensionsalter erreicht)unbegrenztnichts — Pension bleibt, Zuschlag möglich
Korridorpension, Hacklerregelung, Schwerarbeitspension551,10 € pro MonatPension entfällt für den Beschäftigungszeitraum
Invaliditätspension, Berufsunfähigkeitspension551,10 € pro MonatAnrechnung bei Gesamteinkommen > 1.599,99 €
Witwen-/Witwerpensionindividuelle Berechnungmögliche Kürzung

Wie die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) betont, bestimmt die Pensionsart nicht nur das Limit, sondern auch die Art der Einkommensanrechnung. Lassen Sie sich daher vor Arbeitsaufnahme Ihre Pensionsart schriftlich bestätigen und klären Sie Ihr persönliches Regelpensionsalter nach Geburtsjahr.

Fazit für die Praxis: Mit regulärer Alterspension können Sie jede Beschäftigungsform wählen — von geringfügiger Beschäftigung bis Vollzeit und Selbstständigkeit. Mit Frühpension bleiben Sie bis 65 im Rahmen von 551,10 Euro.

Zuverdienstgrenzen für Frühpensionen: 551,10 Euro und die 40-Prozent-Regel

Für Bezieher der Korridorpension (ab 62 Jahren mit 40 Versicherungsjahren), der Langzeitversicherungspension (Hacklerregelung) und der Schwerarbeitspension gilt das strengste Regime. Bis zum Regelpensionsalter dürfen Sie nur bis zur Geringfügigkeitsgrenze dazuverdienen — 551,10 Euro pro Monat im Jahr 2026. Das Entgelt zählt 14-mal pro Jahr: Mit 13. und 14. Gehalt können Sie bis zu 7.715 Euro pro Jahr verdienen und im Limit bleiben, sofern die Sonderzahlungen als Sonderzahlungen ausgewiesen sind.

Was bei Überschreitung passiert: Begründet die Arbeit eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung, entfällt die Pension für diesen Monat. Seit 1. Jänner 2024 gibt es eine Erleichterung: Die Pension fällt nicht schon beim ersten Euro der Überschreitung weg, sondern erst, wenn die jährliche Überschreitung mehr als 40% der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze beträgt — das sind 220,44 Euro im Jahr 2026. Wie die Arbeiterkammer warnt, konnte davor ein einziger Euro über dem Limit eine ganze Monatspension kosten.

Jeder Monat ohne Pensionszahlung wegen Erwerbstätigkeit ist nicht verloren: Er erhöht Ihre spätere reguläre Alterspension um 0,55% pro Monat beim Erreichen des Regelpensionsalters. Planen Sie dennoch mit 20–30 Euro Puffer unter dem Limit, damit eine unerwartete Prämie Sie nicht über die Schwelle hebt.

Arbeit in der Pension in Österreich — Zuverdienstgrenzen und Dokumente am Schreibtisch

Was sich ab 2026 für die Korridorpension geändert hat

Am 1. Jänner 2026 trat das Budgetbegleitgesetz 2025 in Kraft, das den Zugang zur Korridorpension verschärft. Für Personen, die ab dem 1. Jänner 1964 geboren sind, steigt das früheste Antrittsalter von 62 auf 63 Jahre, die erforderlichen Versicherungsmonate von 480 auf 504 (von 40 auf 42 Jahre). Das erläutert oesterreich.gv.at im Detail.

Für die Arbeit in der Pension bedeutet das: Je später der vorzeitige Pensionsantritt, desto länger wirken die Zuverdienstbeschränkungen. War die Phase mit Limit früher von 62 bis 65 (drei Jahre), so sind es für den Jahrgang 1964+ von 63 bis 65 — aber mit höherer Beitragshürde. Wer bereits eine Korridorpension bezieht, behält das Limit von 551,10 Euro.

In der Praxis stärkt das die Rolle der geringfügigen Beschäftigung als sichere Form des Zuverdienstes für Frühpensionisten. Jede Beschäftigung über der Grenze mit Pflichtversicherung führt weiter zum Entfall der Pension für den Zeitraum der Erwerbstätigkeit. Wer eine Korridorpension plant, sollte den eigenen Versicherungsverlauf früh über das Pensionskonto bei der PVA prüfen und die neuen 42 Jahre im Blick behalten.

Arbeit in der Pension mit Invaliditätspension: so funktioniert die Anrechnung

Für Invaliditätspension, Berufsunfähigkeitspension und Erwerbsunfähigkeitspension gelten mildere, aber rechnerisch komplexere Regeln. Ein Zuverdienst bis 551,10 Euro pro Monat hat keine Auswirkung. Liegt der Verdienst darüber, greift die Anrechnung.

Wie oesterreich.gv.at erklärt, wird die Invaliditätspension nur dann gekürzt, wenn zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: ein Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze und ein monatliches Gesamteinkommen (Pension plus Erwerbseinkommen) über 1.599,99 Euro brutto. In diesem Fall wird die Pension als Teilpension ausbezahlt — ein Teil des Einkommens wird angerechnet.

Die Anrechnung ist progressiv: Einkommensteile über 1.599,99 Euro mindern die Pension um 30%, die nächste Stufe um 40% und 50%. Der Anrechnungsbetrag darf weder das Erwerbseinkommen noch die Hälfte des Steigerungsbetrages übersteigen. Beachten Sie auch die medizinische Seite: Eine Erwerbstätigkeit über drei Monate im Jahr kann eine Neubegutachtung des Invaliditätsgrades auslösen.

Wer eine deutsche Rente bezieht und in Österreich lebt, hat eine zusätzliche Ebene: Deutsche und österreichische Einkünfte werden nach unterschiedlichen Regeln besteuert. Lesen Sie dazu unseren Ratgeber zur deutschen Rente bei Wohnsitz in Österreich und den Beitrag zur Besteuerung der deutschen Rente.

Witwenpension und Zuverdienst: Sonderberechnung

Die Hinterbliebenenpension (Witwen- und Witwerpension) und die Waisenpension folgen eigenen Regeln. Der Zuverdienst hebt die Witwenpension nicht auf, kann sie aber reduzieren: Das eigene Einkommen fließt in die Berechnung ein. Wer sowohl eine eigene Erwerbspension als auch eine Hinterbliebenenpension bezieht, muss mit einer Anpassung der Gesamtleistung rechnen.

Für die Waisenpension gelten eigene Grenzen — ein Zuverdienst des Waisenkindes über der Grenze reduziert die Leistung. Die Teilpension (Teilpension bei reduzierter Arbeitszeit) kennt dagegen überhaupt keine Zuverdienstgrenzen — ihre Höhe hängt nur davon ab, wie stark die Arbeitszeit reduziert wurde.

Ein Sonderfall ist das eigene Einkommen bei Hinterbliebenenpension mit gleichzeitiger unselbstständiger Beschäftigung: Das Gesamteinkommen wird progressiv besteuert, und bei Überschreitung der Grenze werden Krankenversicherungsbeiträge von beiden Leistungen eingehoben. Klären Sie vor Arbeitsaufnahme bei der Pensionsversicherungsanstalt (PVA), wie Ihre konkrete Pensionsart auf Zusatzeinkommen reagiert. Lassen Sie eine Probeberechnung erstellen — sie zeigt, wie sich die Leistung bei einem konkreten Zuverdienst ändert. Manchmal ist es günstiger, die eigene Erwerbspension zu behalten und auf die Witwenpension zu verzichten.

Steuern auf Arbeit in der Pension in Österreich — Berechnung im modernen Büro

Steuern auf Arbeit in der Pension: Progression und Entlastungen 2026

Pension und Erwerbseinkommen werden zusammengerechnet und gemeinsam mit der Einkommensteuer besteuert. Im Jahr 2026 gilt eine wichtige Entlastung: Bleibt Ihr Jahreseinkommen unter 14.769 Euro, müssen Sie keine Steuern nachzahlen. Darüber gilt der progressive Tarif: 20% bis 21.992 Euro, 30% bis 36.458 Euro, 40% bis 70.365 Euro und höhere Sätze darüber.

Für Pensionistinnen und Pensionisten gibt es den Pensionistenabsetzbetrag. Im Jahr 2026 wurde er auf 1.020 Euro angehoben und steht in voller Höhe zu, solange die Pensionseinkünfte 21.614 Euro pro Jahr nicht übersteigen; zwischen 21.614 und 31.494 Euro wird er auf null eingeschliffen. Ergibt die Steuer weniger als null, werden über die Negativsteuer Sozialversicherungsbeiträge bis zu 723 Euro rückerstattet. Laut Sozialministerium werden alle diese Beträge jährlich im Zuge der Abschaffung der kalten Progression valorisiert.

Wichtig: Die für 2026 geplante Flat Tax von 25% auf den Zuverdienst von Pensionisten wurde nicht eingeführt — wie awblog berichtet, blieb der Entwurf im Diskussionsstadium. Arbeit in der Pension wird weiter nach dem normalen Tarif besteuert.

Ein Beispiel: Bei einer Alterspension von 1.800 Euro und einem Nebenjob mit 900 Euro brutto im Monat ergibt sich ein Jahreseinkommen von rund 37.800 Euro. Der Teil über 21.992 Euro fällt in die 30%-Stufe — jeder zusätzliche Euro Zuverdienst wird mit 30 Cent besteuert (bis 36.458 Euro). Dazu kommt der Pensionistenabsetzbetrag von 1.020 Euro, ein Teil der Steuer wurde bereits vom Arbeitgeber einbehalten. Den genauen Endbetrag zeigt die jährliche Arbeitnehmerveranlagung.

Krankenversicherung und Sozialabgaben für erwerbstätige Pensionisten

Die Krankenversicherung ist eine der häufigsten Fragen bei Arbeit in der Pension. Wer eine Pension bezieht und einer geringfügigen Beschäftigung nachgeht (bis 551,10 Euro pro Monat), bleibt in der Pensions-Krankenversicherung — Nachzahlungen fallen nicht an. Der Dienstgeber zahlt eine Pauschalabgabe — die Dienstgeberabgabe von 19,4% (plus 1,1% Unfallversicherung) — allerdings nur, wenn die Lohnsumme aller geringfügig Beschäftigten das Eineinhalbfache der Geringfügigkeitsgrenze (826,65 Euro im Jahr 2026) übersteigt.

Bei einer Beschäftigung über der Grenze ändert sich das Bild: Auf den Verdienst werden volle Sozialversicherungsbeiträge fällig — Pensionsversicherung, Krankenversicherung und mehr nach den Standardsätzen des ASVG. Für Pensionisten, die das Regelpensionsalter erreicht haben, erzeugen die Pensionsbeiträge aus dem Zuverdienst den Höherversicherungsbetrag. Wie die WKO erklärt, begründet eine geringfügige Beschäftigung allein keine Pflichtversicherung — genau das macht sie mit Frühpensionen vereinbar.

Eine wichtige Änderung 2026: In den Jahren 2024 und 2025 übernahm der Bund die Dienstnehmeranteile zur Pensionsversicherung erwerbstätiger Pensionisten (bis zur doppelten Geringfügigkeitsgrenze) — eine Ersparnis von bis zu 1.355 Euro pro Jahr. Wie Schachner & Partner meldet, wurde diese Förderung mit 1. Jänner 2026 gestrichen — die Pensionsbeiträge auf den Zuverdienst sind nun in voller Höhe zu zahlen. Bei Überschreitung der Grenze meldet Sie der Arbeitgeber automatisch bei der ÖGK als vollversichert an.

Wo Pensionisten Arbeit in der Pension finden: Beschäftigungsformen

Arbeit in der Pension in Österreich ist mehr als Kassa im Supermarkt, auch wenn die geringfügige Beschäftigung im Handel der Klassiker bleibt. Große Ketten wie Lidl stellen regelmäßig Pensionisten für Kassa und Regalbetreuung ein — zu Gehältern und Bedingungen lesen Sie unseren Überblick über die Arbeit bei Lidl in Österreich. Die Palette ist breiter, und für zugewanderte Pensionisten gibt es eigene Nischen.

Beliebte Formen für Arbeit in der Pension:

  • Nachhilfe — Schulfächer, Sprachen, Muttersprache; das Einkommen lässt sich leicht im Rahmen der Geringfügigkeit halten.
  • Betreuung und Pflege — für Kinder oder ältere Menschen, oft im Werkvertrag.
  • Gartenarbeit und kleine Reparaturen — saisonal, mit flexibler Zeiteinteilung.
  • Tourismus und Gastronomie — Hotels und Cafés in Urlaubsregionen nehmen Pensionisten gern für die Saison, besonders in Tirol und Salzburg.
  • Fallweise Beschäftigung — bis zu drei Monate im Jahr, ohne Auswirkung auf die Invaliditätspension.
  • Übersetzung und Beratung — für zugewanderte Pensionisten: Übersetzungen, Begleitung bei Behörden, Beratung für Neuankömmlinge.

Selbstständigkeit ist ein eigener Weg: Nachhilfe, Handwerk und Beratung erfordern eine Anmeldung bei der SVS (Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen) und meist einen Gewerbeschein. Ein Einkommen über 551,10 Euro begründet eine Pflichtversicherung und wirkt auf Frühpensionen wie eine unselbstständige Beschäftigung. Vorteil: Das Einkommen lässt sich quartalsweise planen und Beiträge von einer Mindestbasis zahlen. Prüfen Sie auch den Anspruch auf Werbungskosten — Aus- und Weiterbildung sowie Arbeitsmaterial sind über die Erklärung absetzbar.

Arbeiten nach dem Pensionsantritt ist nicht nur eine Frage des Geldes. Für die meisten Österreicher stehen soziale Kontakte und das Gefühl, gebraucht zu werden, an erster Stelle — die finanzielle Notwendigkeit folgt erst an zweiter.

— Sonderauswertung AMS Spezialthema, 2025

Wie viele Pensionisten in Österreich weiterarbeiten

Arbeit in der Pension ist ein stabiler Trend. Laut Älterenbeschäftigungsmonitoring des Sozialministeriums waren 2025 9,4% der 65- bis 69-Jährigen und 46,6% der 60- bis 64-Jährigen erwerbstätig. Die Beschäftigungsquote der Gruppe 55+ stieg auf 65%.

Eine Sonderauswertung des AMS zeigt: 12,2% der Österreicher arbeiten nach dem Pensionsantritt weiter (EU-Schnitt: 13,0%), 62% davon sind Frauen. Motive: 54,1% nennen Freude an der Arbeit und soziale Kontakte, 29,3% finanzielle Notwendigkeit.

Zum Vergleich: Die durchschnittliche Alterspension betrug 2024 2.259 Euro bei Männern und 1.412 Euro bei Frauen (Daten der Arbeiterkammer Salzburg). Eine Lücke von über 800 Euro erklärt, warum Frauen häufiger in der Pension weiterarbeiten. Wer den Umzug nach Österreich nahe der Pension plant, sollte nicht nur die künftige Pensionshöhe, sondern auch den Markt für Arbeit in der Pension bewerten — er bietet flexible Zuverdienstmöglichkeiten ohne Pensionsverlust.

Pensionisten bei der Arbeit in der Pension in Österreich — Kaffeepause mit Kollegen im Büro

So starten Sie Arbeit in der Pension: Schritt für Schritt

Damit Arbeit in der Pension keine bösen Überraschungen bringt, gehen Sie so vor — besonders bei Frühpensionen:

  1. Pensionsart klären. Lassen Sie sich von der PVA bestätigen, ob Sie eine reguläre Alterspension (keine Grenzen) oder eine Früh-/Invaliditätspension (Grenze 551,10 Euro) beziehen. Klären Sie Ihr Regelpensionsalter.
  2. Beschäftigungsform wählen. Bei Frühpensionen ist die geringfügige Beschäftigung im Rahmen der Grenze am sichersten; bei Alterspension gibt es keine Einschränkungen.
  3. Steuern berechnen. Übersteigt Ihr Jahreseinkommen 14.769 Euro, planen Sie progressive Steuern ein; prüfen Sie mit dem Zuverdienstrechner der Arbeiterkammer.
  4. Arbeit melden. Als Dienstnehmer meldet Sie der Arbeitgeber automatisch bei der ÖGK; als Selbstständige melden Sie sich beim Finanzamt und bei der SVS an.
  5. Steuererklärung einreichen. Bei mehreren Einkommensquellen ist eine jährliche Arbeitnehmerveranlagung nötig — überzahlte Steuer holen Sie etwa für Deutschkurse zurück (siehe Ratgeber zu Steuerabsetzen).
  6. Zusatzleistungen prüfen. Bei niedrigem Gesamteinkommen besteht Anspruch auf Mindestsicherung bis zu einer Einkommensgrenze.
  7. Am Ball bleiben. Pensionsgesetze ändern sich schnell — prüfen Sie Ihren Verlauf im Pensionskonto und abonnieren Sie Updates.

Für Selbstständige gilt: Einkommen über 551,10 Euro begründet eine Pflichtversicherung wie bei unselbstständiger Arbeit. Planen Sie quartalsweise und halten Sie Puffer zum Limit. Jeder Monat ohne Pension wegen Überschreitung erhöht die spätere Pension um 0,55% — der verlorene Monat wird teilweise kompensiert.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel darf ich 2026 in der Pension dazuverdienen? Bei regulärer Alterspension nach Erreichen des Regelpensionsalters — unbegrenzt. Bei Frühpensionen (Korridorpension, Hacklerregelung, Schwerarbeitspension) — bis 551,10 Euro pro Monat, sonst entfällt die Pension für den Beschäftigungszeitraum (mit Toleranz bis 220,44 Euro jährlicher Überschreitung).

Wird meine Pension durch Arbeit in der Pension gekürzt? Bei Erreichen des Regelpensionsalters — nein. Bei Invaliditätspension nur, wenn das Gesamteinkommen (Pension plus Erwerbseinkommen) 1.599,99 Euro pro Monat übersteigt. Dann wird sie als Teilpension mit progressiver Anrechnung von 30–50% ausbezahlt.

Muss ich auf den Zuverdienst Steuern zahlen? Ja, wenn das Jahreseinkommen (Pension plus Zuverdienst) 14.769 Euro im Jahr 2026 übersteigt. Es gilt der Pensionistenabsetzbetrag von 1.020 Euro und die Negativsteuer bis 723 Euro. Die Sätze sind progressiv: 20%, 30%, 40%.

Was passiert, wenn ich bei Korridorpension mehr als 551 Euro verdiene? Die Pension entfällt für diesen Monat, aber jeder solche Monat erhöht die spätere Alterspension um 0,55%. Bei geringer jährlicher Überschreitung bis 220,44 Euro bleibt die Pension bestehen. Planen Sie mit 20–30 Euro Puffer unter dem Limit.

Fazit: Regeln für Arbeit in der Pension und Checkliste

Arbeit in der Pension in Österreich ist ein reales Instrument, um das Einkommen zu erhöhen — wenn man die Regeln kennt. Die zentrale Unterscheidung: Haben Sie das Regelpensionsalter mit regulärer Alterspension erreicht, gibt es keine Grenzen und Beiträge erhöhen die Pension. Befinden Sie sich in Früh- oder Invaliditätspension, halten Sie den Zuverdienst im Rahmen von 551,10 Euro.

Checkliste vor dem Start:

  • Pensionsart und Grenze bei der PVA bestätigen, Regelpensionsalter nach Geburtsjahr prüfen.
  • Bei Frühpensionen Zuverdienst innerhalb von 551,10 Euro pro Monat halten, Puffer bis 220,44 Euro im Jahr einplanen.
  • Bei regulärer Alterspension gibt es keine Grenzen — Beiträge erhöhen die Pension über den Höherversicherungsbetrag.
  • Steuern ab 14.769 Euro Jahreseinkommen einplanen, Pensionistenabsetzbetrag 1.020 Euro nutzen.
  • Arbeitnehmerveranlagung einreichen und Überzahlung über Werbungskosten und Negativsteuer zurückholen.
  • Bei niedrigem Einkommen Anspruch auf Mindestsicherung prüfen und Verlauf im Pensionskonto verfolgen.

Die Pension ist nicht das Ende der Berufslaufbahn, sondern ein neues Kapitel. Gehen Sie Arbeit in der Pension bewusst an — Österreich bietet Stabilität und die Freiheit, mehr zu verdienen. Abonnieren Sie unseren Newsletter, um keine Änderungen bei den Pensionsregeln zu verpassen — in diesem Bereich ändert sich das Gesetz schnell. Wie Ihr Zuverdienst mit dem Durchschnittsgehalt in Österreich zusammenhängt und welche Brutto-Netto-Zahlen realistisch sind, lesen Sie im separaten Beitrag.

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