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KI-Ampeln in Wien — Druckknopfampel mit Sensoren am Mast an einem Fußgängerübergang

KI-Ampeln in Wien: Alle 200 Druckknopfampeln sollen künstliche Intelligenz bekommen

Nachrichten

KI-Ampeln in Wien: Alle 200 Druckknopfampeln sollen künstliche Intelligenz bekommen KI-Ampeln in Wien: So funktionieren die intelligenten Ampeln von TU Graz, warum sie Grün verlängern und wann alle 200 Druckknopfampeln umgerüstet sind. Topics: Nachrichten, Technologie, Verkehr.

Die Wiener Druckknopfampeln lernen mitdenken. In der Stadt gibt es rund 200 Knopfdruck-Ampeln (Druckknopfampeln) für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende — und die Stadtverwaltung will alle mit Systemen der künstlichen Intelligenz ausstatten. Seit 2019 wird die Technologie Schritt für Schritt eingeführt: Rund 30 intelligente Ampeln laufen bereits im Betrieb, und im September 2026 ging die erste KI-Ampel in Floridsdorf in Betrieb. Wie das System von TU Graz funktioniert, warum es die Grünphase für Gehhilfen verlängert und was die Stadt zum Datenschutz sagt — hier die Details.

Was Wien vorhat

Wien rüstet jede Druckknopfampel auf ein intelligentes System um. Laut ORF gibt es in der Stadt noch rund 200 Druckknopfampeln — Ampeln, bei denen Fußgängerinnen und Fußgänger per Knopfdruck Grün beantragen. In den kommenden Jahren soll jede einzelne davon mit künstlicher Intelligenz nachgerüstet oder ersetzt werden.

Das Programm läuft seit 2019: intelligente Ampeln werden nach und nach montiert, wenn die Infrastruktur ohnehin erneuert wird. Derzeit sind rund 30 intelligente Verkehrsregler in Betrieb, und das Tempo steigt. Zuständig ist die Magistratsabteilung MA 33 „Wien leuchtet”, die für Straßenbeleuchtung und Verkehrssignale zuständig ist. Wie vienna.at berichtet, erhofft sich die Stadt davon Vorteile für Umwelt, Sicherheit und einen besseren Verkehrsfluss.

So funktionieren die intelligenten Ampeln

Eine intelligente Ampel unterscheidet sich von einer herkömmlichen Druckknopfampel vor allem durch die Technik im Mast. Kameras und Sensoren erfassen einen Bereich von etwa 30 Quadratmetern vor dem Übergang. Die Anlage analysiert Bewegungsmuster und erkennt, wer tatsächlich die Straße überqueren möchte und wer lediglich auf dem Gehsteig steht.

Das Kernprinzip: Grün wird genau dann geschaltet, wenn es gebraucht wird, und nicht nach starrem Zeitplan. Wenn niemand überqueren will, muss niemand auf einen leeren Signalzyklus warten. Das System wurde von der TU Graz (Technische Universität Graz) gemeinsam mit der MA 33 entwickelt. Seit Dezember 2024 ist die zweite Generation im Einsatz: höhere Rechenleistung und ein Deep-Learning-Modell ermöglichen die Beobachtung mehrerer Übergänge gleichzeitig und eine genauere Einschätzung der Situation, wie Digitales Wien — das offizielle Portal der digitalen Agenda der Stadt — schreibt.

Kameras und Sensoren einer KI-Ampel am Wiener Mast — die Anlage erkennt Fußgänger am Übergang

Was die KI am Übergang erkennt

Die KI-Ampel erkennt Personengruppen, nicht nur ihre bloße Anwesenheit. Das System kann Kinderwagen, Rollstühle und Gehhilfen (Gehhilfen) unterscheiden — und schaltet in solchen Fällen automatisch eine längere Grünphase (Grünphase). Wer eingeschränkt mobil ist, braucht mehr Zeit, um eine breite Wiener Straße zu überqueren, und die Ampel berücksichtigt das, ohne zusätzliche Knöpfe oder Anträge.

Das ist de facto barrierefreie Infrastruktur: Statt alle auf einen starren Timer zu trimmen, passt sich die Schaltung der realen Situation an. Das System schätzt zudem die Zahl der Wartenden, und die Gruppengröße bestimmt die vordefinierte Dauer der Grünphase. Heute.at nennt es eine Ampel, die mitdenkt: Die KI registriert den Querungswunsch selbst, und in vielen Fällen ist ein Knopfdruck nicht mehr nötig.

Wo die KI-Ampeln bereits laufen

Die ersten intelligenten Ampeln stehen in den inneren Bezirken und kommen schrittweise in die äußeren. Eine der laufenden intelligenten Anlagen befindet sich im 2. Bezirk an der Kreuzung Am Tabor / Trunnerstraße. Im September 2026 erhielt Floridsdorf seine erste KI-Ampel — die Anlage ging an der Kreuzung Donaufelder Straße / Theodor-Körner-Gasse / Plankenbüchlergasse in Betrieb, wie oe24.at berichtet.

Insgesamt laufen laut ORF heute rund 30 solcher Systeme in der Stadt. Bei jeder Erneuerung alter Anlagen wächst der Anteil intelligenter Ampeln, und die Stadt will alle rund 200 Druckknopfampeln in den kommenden Jahren aufrüsten. Für Bewohner bedeutet das kürzere Wartezeiten an Übergängen und sichere Querungen — besonders an breiten, frequentierten Straßen.

Fußgängerübergang in Wien mit KI-Ampel — ein Kinderwagen und eine Person mit Gehhilfe überqueren die Straße

Was ist mit dem Datenschutz?

Kameras an Ampeln werfen zwangsläufig Fragen zum Datenschutz auf. Die Position der Stadt: Im Realbetrieb speichern die Systeme keinerlei Bilder — die Verarbeitung erfolgt lokal vor Ort, und ein Fernzugriff auf die Kamera besteht nicht. Laut ORF mit Berufung auf die MA 33 wurden schon die früheren Generationen damit beworben, dass Kamerabilder innerhalb von 50 Millisekunden gelöscht würden; extrahiert wurden nur anonyme Aggregatdaten — Anzahl und Kategorien der Personen — zur Optimierung der Schaltpläne.

Die Ampel beobachtet Vorbeigehende also nicht und legt keine Profile an: Sie zählt, wie viele Menschen welcher Art warten, protokolliert Statistiken und löscht den Videostrom sofort. Diese Daten helfen, die Schaltpläne einzelner Kreuzungen zu justieren. Das Thema Überwachung bleibt dennoch sensibel: Wie kosmo.at anmerkt, betrachten Datenschützer solche Technologien mit Vorsicht, und jede Erweiterung des Funktionsumfangs erfordert sorgfältigen Umgang mit der Privatsphäre.

Nächtliche Kreuzung in Wien mit laufenden KI-Ampeln — die Signale regeln den Fußgängerstrom

Die technischen Einrichtungen dienen ausschließlich der Erkennung von Bewegungsmustern: Eine Personenüberwachung ist nicht möglich. Sämtliche Daten werden direkt vor Ort verarbeitet und sofort gelöscht — eine Speicherung oder Weitergabe personenbezogener Daten findet nicht statt.

— Position der Stadt Wien laut Digitales Wien

Was als Nächstes kommt

Der Ausbau hat zwei Schwerpunkte. Erstens Skalierung: von rund 30 intelligenten Ampeln auf alle etwa 200 Druckknopfobjekte. Zweitens Integration des öffentlichen Verkehrs: Die TU Graz forscht bereits daran, wie sich die intelligenten Ampeln noch stärker an Trams und Busse anbinden lassen, damit Öffis an Kreuzungen Vorrang erhalten können.

Das Programm fügt sich in die Digitale Agenda Wien vom Sommer 2024 ein und in den allgemeinen Kurs auf einen stärkeren Umweltverbund — also öffentlichen Verkehr, zu Fuß gehen und Radfahren. In die gleiche Richtung geht die Begrünung der Tramgleise: Wir berichteten über 600 Meter grüne Schienen im Jahr 2026, und den personellen Ausblick auf den Wiener Verkehr beschreiben wir im Artikel über den Personal­mangel bei Wiener Linien. KI in der österreichischen Infrastruktur entwickelt sich auch außerhalb der Ampeln weiter — etwa unter Druck für österreichische Startups durch KI.

Häufig gestellte Fragen

Muss man an einer KI-Ampel noch den Knopf drücken? In den meisten Fällen — nein. Das System erkennt den Querungswunsch selbst und beantragt automatisch die Grünphase. Der Knopf bleibt als Rückfallebene, aber das Standardszenario ist kontaktlos.

Wie weiß die KI-Ampel, dass jemand mehr Zeit braucht? Kameras und Sensoren erkennen Kinderwagen, Rollstühle und Gehhilfen. Wenn solche Kategorien erfasst werden, schaltet das System automatisch eine längere Grünphase, damit die Querung sicher und stressfrei bleibt.

Werden Kameraaufnahmen von den Ampeln gespeichert? Nein. Laut Stadt erfolgt die Verarbeitung direkt auf der Anlage selbst, Bilder werden nicht gespeichert und ein Fernzugriff auf die Kamera besteht nicht — es werden nur anonyme Personenzähler zur Optimierung der Schaltungen extrahiert.

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