Begrünte Strassenschienen in Wien: 600 Meter mehr Grün auf den Straßenbahngleisen
Begrünte Strassenschienen in Wien: 600 Meter mehr Grün auf den Straßenbahngleisen Wiener Linien begrünt 2026 weitere 600 Meter Strassenschienen in Wien: Linien 1, 11, 18 und 71, mehr Sedum statt Rasen und rund 12 km Grüngleise in der Stadt. Topics: Nachrichten, Verkehr.
Die Straßenbahngleise in Wien werden nach und nach zu schmalen Stadtparks. Die Wiener Linien bauen heuer insgesamt 600 Meter neue Grüngleise – also Abschnitte, in denen zwischen den Schienen Pflanzen wachsen. Aktuell gibt es in der Stadt bereits rund 12 Kilometer solcher begrünten Gleisanlagen auf vierzehn Straßenbahnlinien. Gerade erst fertiggestellt wurde ein rund 70 Meter langer Abschnitt der Linie 18 im Bereich des Ernst-Happel-Stadions. Weitere Arbeiten laufen bei den Linien 1, 11 und 71 und sollen bis Ende Oktober 2026 abgeschlossen sein. Was die Begrünung bringt, warum künftig mehr Sedum zum Einsatz kommt und welche Strecken nicht begrünt werden können.
Was die Wiener Linien 2026 bauen
Die Wiener Linien bauen 2026 insgesamt 600 Meter neue Grüngleise an mehreren Straßenbahnlinien. Wie vienna.at berichtet, ist der erste Abschnitt bereits fertig: rund 70 Meter begrüntes Gleisbett im Bereich des Ernst-Happel-Stadions auf der Linie 18.
Die übrigen Abschnitte entstehen derzeit: bei der Linie 1 in der Windtenstraße sowie bei den Linien 11 und 71 – in der Pantucekgasse und entlang der Simmeringer Hauptstraße. Die Arbeiten haben bereits begonnen; laut Plan der Wiener Linien sollen alle vier Projekte bis Ende Oktober 2026 abgeschlossen sein. Es ist keine einmalige Aktion, sondern die Fortsetzung eines langjährigen Programms: Jeder neue Abschnitt verlängert das Grünnetz in der Stadt.
So viele begrünte Strassenschienen gibt es bereits in Wien
Rund 12 Kilometer begrünte Straßenbahngleise sind in Wien bereits in Betrieb – verteilt auf die Linien 1, 2, 6, 11, 12, 18, 25, 26, 27, 31, 62, 71, O und D. Die Bauweisen unterscheiden sich: Etwa 8,5 Kilometer bestehen aus klassischem Rasengleis (Gras zwischen den Schienen), fast 2 Kilometer aus begrünten Lochplatten und weitere knapp 2 Kilometer sind mit Sedum bepflanzt.
Ein großer Teil entstand beim Bau der Linien 27 und 12, außerdem am Frödenplatz sowie entlang der Rechten Wienzeile/Margaretengürtel. Die Richtung ist klar: Grüngleise waren früher eine Rarität und sind heute eine Standardoption bei jedem größeren Gleisprojekt.

Warum begrünte Gleise die Stadt kühlen und Regenwasser speichern
Die Begrünung der Strassenschienen ist nicht nur Optik. Die Bepflanzung kann laut Wiener Linien Regenwasser aufnehmen und speichern; durch die Verdunstung entsteht zusätzliche Kühlung. Das ist an heißen Sommertagen besonders relevant – Wien kämpft regelmäßig mit Hitzewellen, und jeder Quadratmeter Grün senkt die Stadtwerte. Wie Österreich sich insgesamt auf 40-Grad-Sommer vorbereitet, beschreiben wir im Artikel über extreme Hitze in Österreich.
Ein zweiter Effekt: zusätzliche Grünflächen dort, wo sonst vollständig Gleis und Asphalt liegen würden. Je nach Bauweise können die Pflanzen außerdem Staub binden und die Schallausbreitung reduzieren. Alles passt zum Ziel der klimaneutralen Stadt Wien bis 2040, das wir in der News über die neue Abfallbehandlungsanlage in der Donaustadt beleuchtet haben.
Begrünte Gleise verwandeln reine Verkehrsinfrastruktur in wirksame Klimaflächen: Sie nehmen Regenwasser auf, kühlen die Luft durch Verdunstung und schaffen zusätzliche Grüninseln, ohne extra Flächen zu opfern.
— Position der Wiener Linien, zitiert nach vienna.at
Warum künftig mehr Sedum eingesetzt wird
Sedum ist der wichtigste Trend der nächsten Jahre bei der Wiener Gleisbegrünung. Die Sukkulenten wachsen niedrig und bilden dichten Teppich – entscheidend für die Schieneninfrastruktur, weil die Vegetation den Betrieb und die Wartung nicht behindern darf. Das zweite Merkmal ist Trockenheitsresistenz: Sedum speichert Wasser in seinen Blättern und übersteht längere Niederschlagsperioden besser – ein zunehmend entscheidender Faktor im sich verändernden mitteleuropäischen Klima.
Die Wiener Linien wollen Sedum künftig häufiger einsetzen – etwa 2 Kilometer der rund 12 sind bereits damit bepflanzt, der Anteil der Sukkulenten wird weiter wachsen, besonders auf trockenen, sonnenexponierten Gleisbetten. Rasen bleibt die Basisvariante, braucht aber Bewässerung und Mahd.

Welche Strassenschienen nicht begrünt werden können
Nicht jede Strecke eignet sich. Voraussetzung ist ein selbstständiger Gleiskörper: Die Straßenbahn darf sich die Gleise dort nicht mit dem Autoverkehr teilen. Regelmäßige Fahrten von Bussen, Einsatzfahrzeugen oder Autos würden die Pflanzen schädigen und die Begrünung zunichtemachen.
Auch Haltestellen, Kreuzungen, Weichen und Unterführungen eignen sich nicht. Deshalb kann das Grün nicht durchgehend über die gesamte Streckenlänge laufen – nur Abschnitt für Abschnitt. Bei jedem Neubau- und Modernisierungsprojekt prüfen die Wiener Linien die örtlichen Gegebenheiten: ob eine Begrünung möglich ist und welche Variante – Rasen, Lochplatten oder Sedum – zum Standort passt.
Was das für Wienerinnen und Wiener bedeutet
Für die Bevölkerung ist Gleisbegrünung eine Frage der Alltagsqualität. Grüne Bänder entlang der Trassen senken die lokale Temperatur im Sommer, binden Staub und machen Verkehrsinfrastruktur visuell weicher. Wer einen Bezirk für das Leben in Wien wählt, sollte solche Details mitdenken – neben Parks und Schulen (siehe unsere Beiträge zur Wiener Stammstrecke-Nachtsperre ab 2028 und zum Augarten).
Das Fazit ist einfach: Das Programm der Wiener Linien läuft weiter, jedes Jahr kommen neue Abschnitte dazu, und bis 2040 – wenn Wien Klimaneutralität erreichen will – wird es noch mehr begrünte Strassenschienen geben. Am einfachsten bleiben Sie über unseren Newsletter auf dem Laufenden.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Grüngleise? Grüngleise sind begrünte Straßenbahngleise, zwischen und an denen Pflanzen wachsen: Rasen (Rasengleise), Bepflanzung in Lochplatten oder Sedum-Sukkulenten. In Wien gibt es rund 12 Kilometer solcher Abschnitte.
Wo entstehen 2026 die neuen Grünabschnitte? Bei vier Linien: 18 beim Ernst-Happel-Stadion (70 Meter, fertiggestellt), 1 in der Windtenstraße, 11 in der Pantucekgasse und 71 auf der Simmeringer Hauptstraße. Insgesamt 600 Meter, Fertigstellung bis Ende Oktober 2026.
Warum können nicht alle Strassenschienen begrünt werden? Eine Begrünung ist nur auf einem selbstständigen Gleiskörper ohne Autoverkehr möglich. Haltestellen, Kreuzungen, Weichen und Unterführungen eignen sich nicht: Fahrzeuge schädigen die Pflanzen, und die Pflege ist dort technisch schwierig.
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