Zum Inhalt springen
🇦🇹
Dächer österreichischer Häuser mit Photovoltaik-Anlagen – PV-Förderung Österreich

PV-Förderung Österreich: Ab Jänner wird alles anders – letzte Solarförder-Lotterie gestartet

Nachrichten

PV-Förderung Österreich: Ab Jänner wird alles anders – letzte Solarförder-Lotterie gestartet Letzte PV-Förder-Lotterie in Österreich: 43.300 Tickets in 10 Minuten, 38,5 Mio. Euro. Was die neue PV-Förderung ab Jänner 2027 für Haushalte bedeutet. Topics: Nachrichten, Wirtschaft.

Am 8. Oktober 2026 startete in Österreich die letzte Solarförder-Lotterie überhaupt: Binnen zehn Minuten vergab das OeMAG-Portal rund 43.300 Tickets, der Gesamtpott wurde auf 38,5 Millionen Euro aufgestockt. Es war der dritte und letzte Fördercall des Jahres im alten System – und der letzte überhaupt: Ab Jänner 2027 gelten komplett neue Regeln. Die Regierung verabschiedet sich von der breiten Förderung klassischer PV-Anlagen und setzt künftig auf Batteriespeicher und intelligentes Energiemanagement. Anträge sollen dann nach der Installation mit der Schlussrechnung gestellt werden – ohne Wettlauf um Sekunden. Was verlost wurde, warum die PV-Förderung reformiert wird und was Sie tun, wenn dieses Jahr kein Zuschuss für Sie heraussprang.

Die letzte PV-Förder-Lotterie startete am 8. Oktober

Der dritte und letzte Fördercall 2026 für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher begann am 8. Oktober um 17 Uhr mit der Ticketziehung und läuft bis 22. Oktober. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) bekannt gab, stehen 38,5 Millionen Euro zur Verfügung – obwohl die geltende Förderverordnung ursprünglich nur 8 Millionen Euro vorsah. Die Differenz ist kein neues Budget, sondern Restmittel aus früheren Calls: Projekte, die nicht oder nur teilweise umgesetzt wurden, haben Geld in den Topf zurückfließen lassen.

Dieses Windhundrennen um Tickets begleitet die PV-Förderung in Österreich seit 2021 im Rahmen des EAG (Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz). Trotz verlangsamten Zubauzahlen bei Photovoltaik 2024 bleibt die Nachfrage nach Förderung rekordhoch.

Wie viele Tickets gezogen wurden und bis wann die Anträge laufen

Der Andrang übertraf alle bisherigen Rekorde: Binnen der ersten 10 Minuten wurden etwa 43.300 Tickets gezogen – fast doppelt so viele wie beim Sommer-Call mit 24.900 Tickets im gleichen Zeitraum, wie pv magazine unter Berufung auf OeMAG berichtet. Der Sommer-Call hatte geendet mit rund 28.000 Anträgen für etwa 3.000 Projekte (ORF).

Ein Ticket ist übrigens keine Zusage: Es berechtigt nur zur Einreichung, und die Mittel gehen an jene, die ihre Unterlagen rechtzeitig vollständig stellen. Die Antragsphase des letzten Calls läuft bis 22. Oktober 2026 – danach ist mit der Lotterie Schluss.

Laptop auf einem Holztisch mit dem österreichischen Förder-Portal um 17 Uhr

Warum der Förderrénnen abgeschafft wird

Staatssekretärin für Energie Elisabeth Zehetner nannte den Grund für die Reform ungeschönt: Aus der Förderung sei ein Wettlauf um Sekunden geworden. Die Ministeriums-Meldung spricht von „organisierten Aktionen“ – bezahlten Trainings und Online-Schulungen, die beibringen, wie man Fördercalls „erfolgreich“ spielt.

Wir gehen weg vom Wettlauf um Sekunden hin zu einer Förderung, mit der Menschen und Betriebe planen können.

– Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie, Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, 8. Oktober 2026

Der Branchenverband PV&B Austria bestätigt das Bild: Wegen der harten Deckel gehen die meisten Antragsteller leer aus, und Installationsbetriebe können ihren Kunden keine verlässlichen Prognosen geben. Wie pv magazine zitiert, begrüßt PV&B-Chef Herbert Paierl den neuen Fokus auf Speicher, fordert aber rasch konkrete Bedingungen.

Was ab Jänner 2027 bei der PV-Förderung anders wird

Ab Jänner 2027 gilt in Österreich ein neues Fördersystem für Solarenergie – einen Schritt, den die Die Presse schon vor dem letzten Call beschrieb. Vier Kernänderungen:

  • Die Lotterie verschwindet. Statt dreier einzelner Calls läuft die Antragstellung ganzjährig: möglich nach Fertigstellung der Anlage, zusammen mit der Schlussrechnung.
  • Speicher rücken in den Mittelpunkt. Der klassische Investitionszuschuss wird durch einen Speichersystembonus ersetzt – sowohl für Batterien zu neuen Anlagen als auch für die Nachrüstung bestehender PV-Anlagen.
  • Intelligentes Energiemanagement wird Pflicht. Ein Energiemanagementsystem soll Fördervoraussetzung sein: Der Speicher muss dann laden und entladen, wenn es dem Netz nützt.
  • Europäischer Akzent. Bei neuen Speichersystemen zu neuen Anlagen wird ein Wechselrichter „Made in Europe“ verpflichtend; ein Made-in-Europe-Bonus bleibt für Nachrüstungen möglich.

Konkrete Bonushöhen und technische Kriterien werden derzeit ausgearbeitet. Für die gesetzliche Novelle braucht die Regierung eine Zweidrittelmehrheit im Parlament – die Opposition muss an Bord sein.

Wandmontierter Heimspeicher neben einem modernen Elektroverteiler in einem österreichischen Haus

Was tun, wenn 2026 keine Förderung heraussprang

Das Ministerium lässt eine Brücke für Zuspätende zu: Anlagen mit intelligenten Speichern, die ab 1. November 2026 in Betrieb genommen oder verrechnet werden, können 2027 nach dem neuen System ansuchen. November-Montagen gehen nicht verloren – sie wechseln in die neue Förderlogik.

Wer erst plant, sollte auf die Details des neuen Programms warten: PV&B fordert vom Ministerium „umgehend konkrete Details – nicht nur Überschriften“, damit Betriebe ihre Kunden verlässlich beraten können. Bis dahin lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen und die Bonusentscheidung Richtung Jahresende zu verschieben. Unsere Tipps zur Effizienz von Solaranlagen helfen einzuschätzen, welches Paket „Module plus Speicher“ zu Ihrem Haus passt. Den Marktüberblick bieten wir im Beitrag über Solarenergie in Österreich.

Häufig gestellte Fragen

Bekomme ich 2026 noch eine PV-Förderung in Österreich? Nur noch im laufenden Call: Anträge sind bis 22. Oktober 2026 möglich, Geld gibt es per Ticket aus der Ziehung vom 8. Oktober. Weitere Lottorunden im alten System gibt es nicht.

Was ändert sich 2027 bei der Solarförderung? Ab Jänner 2027 gilt: ganzjährige Anträge nach Fertigstellung, Speicherbonus statt Investitionszuschuss, intelligentes Energiemanagement als Pflicht. Bonushöhen und technische Kriterien beschließt das Parlament vor dem Start.

Soll ich jetzt installieren oder auf 2027 warten? Wird ein System mit intelligentem Speicher ab 1. November 2026 in Betrieb genommen oder verrechnet, kann es 2027 im neuen System eingereicht werden. Warten allein wegen der Lotterie lohnt nicht – sie wird abgeschafft.

So bereiten Sie sich auf die neuen Regeln vor

Die PV-Förderung in Österreich geht in eine neue Phase: Die Lotterien bleiben 2026, ab 2027 wird Planung leichter. Ihre Checkliste:

  • Wer in diesem Jahr installiert, nimmt besser gleich einen Speicher mit und bringt das System vor dem 1. November 2026 in Betrieb.
  • Ein Energiemanagementsystem gehört ins Budget – ohne es gibt es ab 2027 keine Förderung.
  • Herkunft des Wechselrichters beim Installateur erfragen – neue Speichersysteme brauchen ein europäisches Gerät.
  • Auf veröffentlichte Bonushöhen achten – sie entscheiden über die Wirtschaftlichkeit.

Ihr nächster Schritt: Zwei bis drei Angebote von Installationsbetrieben einholen und nach den Kriterien des neuen Programms vergleichen. Und um den Start der neuen PV-Förderung nicht zu verpassen, abonnieren Sie unseren Newsletter – wir ordnen die Bedingungen ein, sobald sie stehen.

Einmal pro Woche · Sonntags · Kein Spam

Bleib auf dem Laufenden mit Österreich-News

Die wichtigsten Themen der Woche — Nachrichten, Ratgeber und Einblicke zum Leben in Österreich. Jeden Sonntag in deinem Postfach.

Systemausfall bei Banken in Österreich: Bankomat mit dunklem Display vor einer Bankfiliale in Wien
Nachrichten

Systemausfall bei 30 Banken in Österreich: Online-Banking und Kartenzahlungen fielen aus

Zahlungsaufforderungen der ÖGK für Krankentransporte in Österreich
Nachrichten

Zahlungsaufforderungen: ÖGK schickt Tausenden Österreichern Rechnung für Krankentransporte

Selbstbehalt beim Arztbesuch: Österreichische Gesundheitskasse ÖGK diskutiert Zuzahlungen
Nachrichten

Krankenkasse überlegt Selbstbehalt beim Arztbesuch: ÖGK-Einsparungsideen sorgen für Kritik