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Geheimtipps Museen Wien: ruhige Straße mit dem runden Narrenturm
Geheimtipps Museen Wien: 7 übersehene Museen ohne Touristenmassen
Alltag

Geheimtipps Museen Wien: 7 übersehene Museen ohne Touristenmassen Geheimtipps Museen Wien: 7 übersehene Museen — Narrenturm, Fälschermuseum, Globenmuseum, Kriminalmuseum und Gaming Museum. Öffnungszeiten, Preise, Tipps. Topics: Alltag, Freizeit & Kultur.

Wien kennt man für das Schloss Schönbrunn, das Belvedere und das Kunsthistorische Museum — und genau dort drängen sich täglich die Touristenmassen. Doch Geheimtipps Museen Wien zeigen eine völlig andere Seite der Stadt: Dutzende kleine Häuser, in denen kaum Besucher sind und die Ausstellungen oft stärker beeindrucken als die Prunksäle. Diese Liste stellt sieben davon vor — vom ehemaligen Irrenturm bis zum Bunker mit Retro-Konsolen. Wir haben Öffnungszeiten, Preise und praktische Tipps gesammelt, damit Sie den Besuch entspannt planen können. Einige dieser Orte sind selbst für Einheimische echte Geheimtipps. Und im Sommer wirken sie wie eine Gratis-Klimaanlage: Die dicken Mauern alter Gebäude halten die Hitze selbst während Hitzewellen draußen.

Warum sich kleine Wiener Museen lohnen

Wiens große Museen brechen weiterhin Besucherrekorde: Laut Bundesministerium für Kunst und Kultur verzeichneten die Bundesmuseen 2025 rund 8,4 Millionen Besuche — fast 700.000 mehr als 2024. Kleine Museen bieten eine andere Atmosphäre: keine Schlangen, keine Audioguides in jeder Sprache, keine Souvenirshops an jeder Ecke. Dafür Stille, kuriose Objekte und die Möglichkeit, alles in Ruhe zu betrachten.

Kleine Wiener Museen liegen oft in historischen Gebäuden mit dicken Mauern — im Sommer angenehm kühl, im Winter wohlig warm. Das macht sie zur idealen Route an heißen Tagen, wenn in der Stadt extreme Hitze herrscht. Und in der Hochsaison kann man dort der Enge der Ringstraße entfliehen und Wien so sehen, wie es die Einheimischen kennen.

Der Narrenturm: Strom und Pathologie in einem Turm

Der erste Geheimtipp ist der Narrenturm — ein Rundbau von 1784, den Kaiser Joseph II. zur Pflege psychisch kranker Menschen errichten ließ. Seit 1971 beherbergt er die pathologisch-anatomische Sammlung, die in Wien noch immer Stromtotenmuseum genannt wird: Hier wurden einst Präparate zu Stromunfällen aufbewahrt.

Heute zeigen die generalsanierten Räume im Erdgeschoß 50.000 Präparate — die weltweit größte pathologisch-anatomische Sammlung, wie die offizielle Seite des NHM festhält. Bis April 2027 läuft hier die Sonderausstellung „Vorsicht Hochspannung“ über die Geschichte der Elektrosicherheit: von den ersten Isolierungen bis zu anschaulichen Darstellungen, wie Strom auf den menschlichen Körper wirkt. Wegen der Entfärbung durch Formaldehyd wirken die Präparate abstrakt — selbst empfindliche Gäste bekommen nur ein leichtes Gruseln.

Der Narrenturm ist nicht klimatisiert, doch dank meter dicker Mauern bleiben im Sommer konstant rund 26 Grad. Kurator Eduard Winter nennt das eine natürliche Klimaanlage des 18. Jahrhunderts.

— Die Presse, Führer zu übersehenen Museen Wiens

Öffnungszeiten: Mi–Sa, 10:00–17:00 Uhr. Preis: 8 € (ermäßigt 6 €), Besucher unter 19 Jahren gratis. Adresse: Spitalgasse 2, 1090 Wien.

Das Fälschermuseum: Kunstbetrug vis-à-vis vom Hundertwasserhaus

Gegenüber dem berühmten Hundertwasserhaus, im Souterrain eines Altbaus, versteckt sich das Fälschermuseum — weltweit das einzige echte Museum für Kunstfälscher, wie die offizielle Website betont. Es sammelt Werke von Menschen mit „gekränkten Egos“: Künstler, die es allein nicht schafften und begannen, die Größen der Kunstwelt zu imitieren.

Der Star ist der britische Maler Tom Keating, der „Fake“ auf seine Leinwände schrieb, bevor er Farbe auftrug — sichtbar nur unter Röntgenstrahlen. Einige Bilder versah er mit einer Glycerinschicht, damit sie sich beim Reinigen selbst zerstören. Keatings Schicksal ist ironisch: Heute hängen seine „Fälschungen“ in Sammlungen als echte Werke Keatings.

Alle Exponate passen in einen großen Raum; die Geschichten liest man im Führer oder hört sie per QR-Code. Das Souterrain eines Altbaus bietet die typische Altbaukühle — ein weiterer Grund für einen Besuch bei Hitze. Öffnungszeiten: Di–Do 10:00–16:00, Fr–So 10:00–17:00 Uhr. Adresse: Löwengasse 28, 1030 Wien.

Das Globenmuseum: 800 Globen im Palais Mollard

Nur wenige hundert Meter vom Prunksaal der Nationalbibliothek entfernt befindet sich das Globenmuseum — das weltweit größte Museum seiner Art. Die Sammlung umfasst über 800 Globen, davon sind 250 ausgestellt: Erd- und Himmelsgloben von Gerhard Mercator aus dem 16. Jahrhundert, ein ganzer Saal für den venezianischen Meister Vincenzo Coronelli sowie Globen von Mond, Mars und anderen Himmelskörpern.

2026 feiert das Museum 70-jähriges Bestehen, und am 24. September eröffnet zum Jubiläum ein neuer Saal zu Globen in Alltag, Kunst und Popkultur — inklusive Raumfahrtzeitalter. Wie die Österreichische Nationalbibliothek mitteilt, ist das Museum voll klimatisiert — ein angenehmer Stopp auch in den heißesten Tagen der Hundstage.

Geheimtipps Museen Wien: Saal des Globenmuseums mit Hunderten antiker Globen

Öffnungszeiten: Di–Mi 10:00–18:00, Do 10:00–21:00, Fr–So 10:00–18:00 Uhr. Adresse: Herrengasse 9, 1010 Wien.

Das Kriminalmuseum: Verbrechen des alten Wien

In der Großen Sperlgasse in der Leopoldstadt steht das Seifensiederhaus — erbaut 1685, nur zwei Jahre nach der zweiten Türkenbelagerung Wiens. Seit 1991 beherbergen seine Keller das Kriminalmuseum zur Wiener Polizei-, Justiz- und Kriminalgeschichte, wie die Website des Museums erklärt.

In den engen Kellerkammern säumen Relikte spektakulärer Wiener Verbrechen die Wände: Tatwerkzeuge, Dokumente, Fotografien. Einer der berühmtesten Fälle: 1910 wurde eine gliedmaßenlose Frauenleiche in einem Wäschekorb im Stiegenhaus gefunden — die Mörderin überführte man anhand eines Zeitungsfetzens, der weit entfernt vom Tatort lag. Das Museum wirkt, als wäre es 1991 eingefroren — genau dieser Retro-Charme macht es besonders.

Die dicken Mauern halten natürliche Kühle, und der Gänsehaut-Faktor schlägt jede Klimaanlage. Öffnungszeiten: Mi–So, 10:00–17:00 Uhr. Adresse: Große Sperlgasse 24, 1020 Wien.

Das Römermuseum: Vindobona unter dem Hohen Markt

Unter dem Hohen Markt im Zentrum Wiens liegen die Ruinen des römischen Lagers Vindobona — entdeckt 1948 bei Bauarbeiten. Heute arbeitet darüber das Römermuseum, das zum Wien Museum gehört. Auf drei schmalen Etagen erzählt es, wie die Legionäre lebten: wo die Kasernen standen, wie luxuriös die Therme war, wen sie heiraten durften und wie die Gebäude beheizt wurden.

Das Wiener Becken wurde um 9 n. Chr. ins Römische Reich eingegliedert, und das Museum zeigt, was davon unter dem modernen Wien erhalten ist. Im Keller liegen die Ausgrabungen selbst, oben warten anschauliche Rekonstruktionen. Vor wenigen Jahren stieß man auf einen rätselhaften antiken Keller mit 450 Quadratmetern; eine Mini-Ausstellung lädt Besucher ein, über seinen Zweck zu spekulieren — wie in einem Kriminalfall, beschreibt es das Wien Museum.

Öffnungszeiten: Di–Fr 9:00–17:00, Sa–So 10:00–17:00 Uhr. Preis: 8 € (ermäßigt 6 €), am ersten Sonntag im Monat gratis. Adresse: Hoher Markt 3, 1010 Wien.

Geheimtipps Museen Wien: leuchtende Retro-Arcade-Automaten im Gaming-Bunker

Das Gaming-Museum: Retro-Konsolen im Bunker unter dem Esterházypark

In einem ehemaligen Luftschutzbunker unter dem Esterházypark, neben dem Haus des Meeres, betreibt seit 2023 das Gaming-Museum — ein Privatmuseum des Kärntners Markus Krainer. Zuvor beherbergte der Kellerraum ein Foltermuseum, der Tausch kam dem Bunker also zugute.

Drinnen wartet ein Konsolenparadies: Arcade-Automaten, alte Heimcomputer, die legendäre Nintendo Wii und die Magnavox Odyssey — eine der ersten Spielkonsolen der Geschichte. Fast alles darf man anfassen und einschalten: Pac-Man herausfordern, eine Runde Tekken auf der PlayStation zocken oder sich auf die Museums-Couch fläzen. Wie die Website des Museums schreibt, richtet sich die Ausstellung an „alle Fans von Level 0 bis 999“.

Der Bunker ist klimatisiert und täglich geöffnet. Öffnungszeiten: täglich 10:00–19:00 Uhr. Preis: Erwachsene 14,90 €, Schüler und Studenten 12,90 €. Adresse: Fritz-Grünbaum-Platz 1, 1060 Wien.

Das Literaturmuseum: Bernhard, Handke und Doderers Schlafrock

Im ehemaligen k. k. Hofkammerarchiv in der Johannesgasse 6 hat das Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek sein Zuhause. Bis Februar 2027 läuft hier die Ausstellung „Dem Stumpfsinn die Geisteskappe aufsetzen“ über Thomas Bernhard. Die Gäste empfängt ein Kultfoto: Bernhard isst ein Eis — ein Verweis auf Kate Zambrenos Gedicht, das mit der Zeile „Thomas Bernhard is eating an ice cream cone“ endet.

Die Dauerausstellung auf zwei Etagen zeigt Peter Handkes Wanderstock und Heimito von Doderers Schlafrock, H. C. Artmanns Proklamation des „poetischen actes“ und Zitate aus Christoph Ransmayrs Erstling. Die Einrichtung ist herrlich altväterlich, wie der Führer der Die Presse beschreibt. Danach lohnt sich das kürzlich renovierte Café Bräunerhof — jenes, das Bernhard so innig hasste.

Öffnungszeiten: Di–Mi 10:00–18:00, Do 10:00–21:00, Fr–So 10:00–18:00 Uhr. Adresse: Johannesgasse 6, 1010 Wien.

Übersichtstabelle: Öffnungszeiten und Preise

MuseumÖffnungstageZeitenEintritt (Erwachsene)
Narrenturm (Stromtotenmuseum)Mi–Sa10:00–17:008 €
FälschermuseumDi–Do / Fr–So10–16 / 10–17ca. 10 €
GlobenmuseumDi–Mi, Do, Fr–So10–18, Do bis 21ca. 8 €
KriminalmuseumMi–So10:00–17:00ca. 8 €
RömermuseumDi–So9–17, Sa–So 10–178 €
Gaming-MuseumTäglich10:00–19:0014,90 €
LiteraturmuseumDi–So10–18, Do bis 21ca. 8 €

Die genauen Preise erfahren Sie auf den Websites der Museen — sie ändern sich saisonal. Zum Sparen lohnt sich die Vienna City Card: Sie bietet in vielen Museen bis zu 25 % Rabatt, auch im Römermuseum. Wer Reisekosten weiter drücken will, findet in unserem Überblick, wie sich die Gewohnheiten von Touristen in Österreich ändern, praktische Anregungen.

So planen Sie Ihre Geheimtipps-Route durch die Museen

Fünf der sieben Museen liegen im Zentrum oder in der Nähe, lassen sich also gut kombinieren. Das Globenmuseum und das Literaturmuseum sind nur fünf Gehminuten voneinander entfernt (Herrengasse und Johannesgasse), beide gehören zur Nationalbibliothek. Das Römermuseum liegt am Hohen Markt, zehn Minuten vom Stephansdom. Der Narrenturm steht abseits, im 9. Bezirk am alten AKH-Campus. Das Fälschermuseum und das Kriminalmuseum liegen am linken Donaukanalufer — verbinden Sie sie mit einem Spaziergang durch den Augarten.

Beachten Sie: Kleine Museen bieten oft keinen Online-Vorverkauf — nur Barzahlung oder Karte vor Ort, wie im Kriminalmuseum. Planen Sie an heißen Tagen Besuche für den Vormittag: Das klimatisierte Globenmuseum und das Gaming-Museum sind ideale Mittags-Oasen, und am Abend können Sie zum Freizeitleben und neuen Kontakten zurückkehren, das Wien reichlich bietet. Prüfen Sie vor dem Ausgehen, welche öffentlichen Toiletten in Wien geöffnet sind — in der Hochsaison ist ein Teil geschlossen, und bei einer langen Museumsrunde zählt das.

Häufig gestellte Fragen

Welche Geheimtipps Museen Wien sollte man zuerst besuchen?

Der Narrenturm mit seiner pathologisch-anatomischen Sammlung und das Globenmuseum mit 800 Globen beeindrucken am meisten. Für Interaktion wählt man das Gaming-Museum, wo man auf Retro-Konsolen spielen kann.

Haben kleine Wiener Museen eine Klimaanlage?

Ja: Das Globenmuseum und das Gaming-Museum sind voll klimatisiert. Narrenturm, Fälschermuseum und Kriminalmuseum bleiben dank dicker historischer Mauern kühl — im Sommer angenehme 22–26 Grad.

Kann man diese Museen gratis besuchen?

Das Römermuseum bietet am ersten Sonntag im Monat freien Eintritt. Besucher unter 19 Jahren kommen im Narrenturm gratis hinein. Auch die Vienna City Card gibt bis zu 25 % Rabatt.

Sind die Geheimtipps-Museen Wiens für Kinder geeignet?

Das Gaming-Museum richtet sich an Kinder ab 12 Jahren in Begleitung Erwachsener. Römermuseum und Globenmuseum gefallen auch Schulkindern. Narrenturm und Kriminalmuseum sind eher für ältere Besucher — ihre Exponate sind düsterer Natur.

Fazit: Wien ohne Schlangen

Die übersehenen Museen Wiens sind eine Chance, die Stadt anders zu sehen — nicht durch Prunksäle, sondern durch ihre dunklen, skurrilen und seltsamen Ecken. Beginnen Sie mit ein oder zwei Häusern, etwa dem Narrenturm und dem Globenmuseum, und die Liste lässt sich leicht fortsetzen. Nehmen Sie eine Vienna City Card mit, prüfen Sie die Öffnungszeiten auf den Websites und wählen Sie einen Tag ohne Hektik: Solche Orte vertragen keine Eile. Und wenn Sie weitere Ideen für Wochenenden in Österreich wollen — abonnieren Sie unseren Newsletter, um keine neuen Beiträge über das Leben im Land zu verpassen.

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