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Gebrauchte Winterreifen mit abgefahrenem Profil — ÖAMTC-Test auf einer verschneiten Alpenstraße

Gebrauchte Winterreifen: Was der ÖAMTC-Test zeigt und wann Sie wechseln müssen

Nachrichten

Gebrauchte Winterreifen: Was der ÖAMTC-Test zeigt und wann Sie wechseln müssen Der ÖAMTC-Test zeigt: Gebrauchte Winterreifen verlieren bei 4 mm Restprofil bis zu 25 % Leistung bei Nässe, mit 2 mm über 50 %. Wann Sie wechseln müssen. Topics: Nachrichten, Verkehr, Wirtschaft.

Der ÖAMTC hat erstmals nicht fabrikneue Pneus getestet, sondern gebrauchte Winterreifen mit 4 mm und 2 mm Restprofil. Reifentests werden normalerweise nur mit neuen Modellen durchgeführt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Das gesetzliche Minimum in Österreich ist keine Sicherheitsreserve, sondern der Beginn einer kritischen Zone. Am schlechtesten schneidet abgefahrener Gummi nicht auf Schnee, sondern auf nasser Fahrbahn ab. Wir erklären, wie der Test ablief, was er zeigt, was das Gesetz (Winterreifenpflicht) verlangt und wann Sie wirklich wechseln müssen.

Was der ÖAMTC genau getestet hat

Für die Untersuchung nahmen ÖAMTC und Partnerclubs — darunter der deutsche ADAC — fünf aktuelle Winterreifenmodelle. Jeder Reifen wurde in drei Zuständen geprüft: neu, abgefahren auf 4 mm und abgefahren auf 2 mm. Dieses Format gab es am Markt noch nicht, denn übliche Tests vergleichen nur neue Sätze.

Geprüft wurden Bremsverhalten, Handling, Traktion, das Verhalten auf Schnee und auf nassem Asphalt. Wie die Presseaussendung des Clubs betont, erwies sich Aquaplaning als empfindlichster Parameter — der Moment, in dem der Reifen auf dem Wasserfilm aufschwimmt und das Auto den Grip verliert. Genau hier kostet das abgefahrene Profil am meisten.

Vier Millimeter: Gesetz in Österreich und Grenze der Sicherheit

Vier Millimeter sind keine Testerei-Meinung, sondern eine österreichische Norm. Laut oesterreich.gv.at müssen Winterreifen von Pkw mindestens 4 mm (Radialreifen) oder 5 mm (Diagonalreifen) Profiltiefe aufweisen. Die Pflicht gilt situativ vom 1. November bis 15. April: Bei winterlichen Verhältnissen — Schnee, Schneematsch oder Eis — müssen Pkw und leichte Fahrzeuge bis 3,5 t mit Winterreifen fahren. Ganzjahresreifen zählen nur mit M+S-Kennzeichnung oder Schneeflockensymbol und derselben Mindestprofiltiefe.

Viele Autofahrer betrachten die vorgeschriebenen vier Millimeter Profil als Sicherheitsreserve. Tatsächlich zeigen unsere Ergebnisse, dass hier bereits eine kritische Phase beginnt. Es ist also durchaus sinnvoll, dass man sich in Österreich spätestens bei dieser Profiltiefe um neue Reifen kümmern muss.

— Steffan Kerbl, ÖAMTC-Techniker

Messung der Profiltiefe bei gebrauchten Winterreifen mit einem Messgerät in einer österreichischen Werkstatt

Nässe wird früher zum Problem als Schnee: die Kernzahlen

Die Überraschung des Tests: Abgefahrene Winterreifen sind kritischer im Regen als auf Schnee. Mit 4 mm Restprofil verliert der Reifen im Schnitt bis zu 25 % seiner Leistung bei der Wasserverdrängung im Vergleich zu einem neuen Modell. Mit 2 mm steigen die Verluste auf über 50 %. Der Kontakt zur Fahrbahn geht früher verloren, das Fahrzeug beginnt aufzuschwimmen.

Der Grund liegt in der Konstruktion. Sommerreifen leiten Wasser über breite Mittellaufrillen ab, eine Winterreifen-Lauffläche ist dagegen mit feinen Einschnitten — Lamellen — gespickt. Mit sinkendem Profil hören die Lamellen zuerst auf zu arbeiten. Und eine nasse Fahrbahn kommt in Österreich deutlich häufiger vor als Schnee und Eis zusammen.

Premiumreifen ersetzen fehlendes Profil nicht

Das zweite Ergebnis ist unbequem für Fans teurer Marken: Die Profiltiefe beeinflusst die Fahrsicherheit stärker als die Unterschiede zwischen Modellen und Preisklassen. Premium-, Qualitäts- und Budgetreifen starten zwar auf unterschiedlichem Niveau, doch keines der getesteten Modelle konnte den negativen Einfluss des Verschleißes kompensieren.

Wie Krone berichtet, verlieren selbst leistungsstarke Premiumreifen mit zunehmendem Verschleiß deutlich an Sicherheitsreserven. Für Käufer bedeutet das etwas Einfaches: Ein gebrauchter Satz nahe am gesetzlichen Minimum ist ein versteckter Leistungsverlust — ganz gleich, was auf der Flanke steht.

Nasse Wiener Straße in der Dämmerung — Aquaplaning-Risiko mit abgefahrenen Winterreifen

Wann Sie wechseln müssen: praktische Orientierung

Der Club selbst empfiehlt, im Herbst einen Satz mit rund 6 mm Profil aufzuziehen: Dann bleibt der Reifen nach einer ganzen Saison über den gesetzlichen 4 mm. Zeigt die Herbstkontrolle 4–5 mm, planen Sie den Wechsel vor dem ersten Schnee.

Ein weiterer Fehler ist das „Aufbrauchen” abgefahrener Winterreifen im Sommer. Der Test zeigt: Auf nasser Fahrbahn verliert ein solcher Satz mehr als die Hälfte seiner Leistung, und die Gummimischung des Winterreifens ist ohnehin nicht für Hitze geeignet. Auch an die Sanktionen denken: Unter 4 mm gilt der Reifen rechtlich nicht mehr als Winterreifen, und ein Verstoß gegen die Winterreifenpflicht in einer Notsituation kann bis zu €5.000 kosten — wir erklären das in unserem Guide zu Strafen in Österreich für Neulinge. Das Autofahren in Österreich ist auf jedem Schritt kostspielig, vom Führerschein-Erwerb bis zu den neuen Regeln für Verbrenner-Fahrer — Sparen an abgefahrenen Reifen lohnt sich selten.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich im Sommer mit Winterreifen unter 4 mm Profil fahren? Juristisch ja — die allgemeine Verschleißgrenze von 1,6 mm gilt ganzjährig. Doch der ÖAMTC-Test zeigt: Auf nasser Fahrbahn verliert ein solcher Reifen mehr als die Hälfte seiner Leistung, und die Wintermischung verträgt Hitze schlecht.

Was droht, wenn mich die Polizei im Winter stoppt und das Profil unter 4 mm liegt? Der Reifen gilt im Sinne der Winterreifenpflicht nicht mehr als Winterreifen. Zwischen 1. November und 15. April bei winterlichen Verhältnissen ist das eine Übertretung: Strafe, bei einer Gefahrensituation bis zu €5.000 — und das Weiterfahren kann untersagt werden.

Gelten Ganzjahresreifen in Österreich als Winterreifen? Ja, mit M+S-Kennzeichnung oder Schneeflockensymbol und mindestens 4 mm Profil (Radialreifen) beziehungsweise 5 mm (Diagonalreifen). Sonst werden sie im Winter wie Sommerreifen behandelt.

Wie messe ich das Restprofil? Kaufen Sie einen Profiltiefenmesser — er ist günstig und in jedem Autoteilehandel erhältlich. Messen Sie in den Hauptprofilrillen an mehreren Punkten und achten Sie auf die Verschleißindikatoren (TWI) im Reifen selbst.

Das Wichtigste

Der ÖAMTC-Test hat eine alte Lücke geschlossen: Wir wissen jetzt, was mit Reifen passiert, wenn sie sich dem gesetzlichen Minimum nähern. Ein Profil von 4 mm ist keine Sicherheitsreserve, sondern die Grenze, ab der die Reserven schnell schwinden — vor allem auf nasser Fahrbahn.

  • ✅ Profiltiefe vor dem ersten Schnee messen — mit dem Messgerät, an mehreren Punkten.
  • ✅ Im Herbst nur noch 5–6 mm? Dann Wechsel planen, damit der Winter über 4 mm bleibt.
  • ✅ Denken Sie daran: Abgefahrene Reifen sind vor allem im Regen gefährlich, nicht im Schnee.
  • ✅ Abgefahrene Winterreifen nicht im Sommer „aufbrauchen”.
  • ✅ Neu in Österreich? Unser Guide zum Führerschein ist ein guter Einstieg.

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