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Ernte in Österreich: Erdäpfel und Zuckerrüben unter Rekorddürre auf trockenem Acker

Erdäpfel bis Zuckerrüben: Ernte fällt in Österreich noch schlechter aus als erwartet

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Erdäpfel bis Zuckerrüben: Ernte fällt in Österreich noch schlechter aus als erwartet Die Ernte in Österreich fällt durch die Rekorddürre dramatisch schlecht aus: Erdäpfel minus 70 Prozent, Körnermais minus 30. Zahlen, Ursachen und Folgen. Topics: Nachrichten, Wirtschaft, Essen & Einkaufen.

Die Rekorddürre macht eine ohnehin schlechte Erntebilanz noch schlechter. Wie Die Presse berichtet, fällt die Ernte in Österreich bei vielen Herbstkulturen nun unter die bereits pessimistischen Augustprognosen. Betroffen sind Erdäpfel, Körnermais, Soja und Zuckerrüben. Laut der Landwirtschaftskammer Österreich gehen die Mengen im Vergleich zum Fünfjahresschnitt um dutzende Prozent zurück. Wir zeigen die wichtigsten Zahlen, erklären den Doppelschlag beim Zucker und was das für die Lebensmittelpreise bedeutet.

Rekorddürre trifft die Herbstkulturen härter als erwartet

Der Grund für den Missernte: Die Herbstkulturen stehen während des gesamten Augusts und Septembers auf dem Feld. Dazu zählen Körnermais, Silomais, Erdäpfel, Kürbis, Sonnenblume, Soja und Zuckerrübe. Das Getreide war zum Höhepunkt der Trockenheit bereits eingebracht — daher fällt dessen Bilanz milder aus.

Der Vergleich mit dem Fünfjahresschnitt zeigt das Ausmaß. Bei Körnermais könnte die Gesamtmenge um knapp 30 Prozent einbrechen. Sojabohnen verlieren mehr als 50 Prozent. Bei Ölkürbissen fehlt rund ein Fünftel, bei Sonnenblumen mehr als ein Drittel.

Die Kammer betont: Die Ernte läuft noch, die Schätzungen könnten sich weiter verschlechtern. Ein schlechter Prognosewert würde sich damit als Optimismus erweisen.

Die Schätzungen der Kammer basieren auf Meldungen der Länderorganisationen und Befragungen der Bauern. Sie wurden Ende September veröffentlicht, als ein Großteil der Herbstkulturen noch auf dem Feld stand. Experten warnen daher: Die endgültigen Verluste könnten deutlich über den aktuellen Werten liegen.

Erdäpfel: Ernteverluste bis zu 70 Prozent

Am schlimmsten trifft es die Erdäpfel. Die Ertragserwartungen sind laut Landwirtschaftskammer „dramatisch” und bewegen sich zwischen minus 50 Prozent und minus 70 Prozent. Bauern im Osten Österreichs ernten damit weniger als die Hälfte der üblichen Menge.

Erdäpfelernte in Österreich: frisch gegrabene Kartoffeln auf trockenem Boden

Besonders hart betroffen sind die Trockengebiete im Osten — Niederösterreich und das Burgenland. Wie stark der Wassermangel auch andere Branchen trifft, zeigt unser Artikel zur Niedrigwasser-Situation an der Donau.

Für Konsumenten bedeutet das steigende Preise bei heimischen Erdäpfeln im Winter. Importe können die Mengen teilweise ausgleichen, sind aber durch Logistik und Wechselkurs teurer.

Zuckerrüben: doppelter Dämpfer für heimischen Zucker

Bei Zuckerrüben ist der Vergleich mit dem Vorjahr aussagekräftig — und auch hier droht ein Minus von bis zu 52 Prozent. Der Grund ist nicht allein die Dürre. Im Frühjahr 2025 schloss der Konzern Agrana die Zuckerfabrik in Leopoldsdorf im Marchfeld (Bezirk Gänserndorf). Die vertraglich vereinbarte Anbaufläche der Bauern halbierte sich dadurch.

Auch die Erträge leiden: von minus 30 Prozent in besseren Lagen bis minus 70 Prozent im Trockengebiet Ostösterreichs. Die gesamte heimische Rübenernte wird nun in der Agrana-Fabrik in Tulln an der Donau verarbeitet — die Marke dafür ist Wiener Zucker.

Finale Ernteschätzungen gibt es zu Beginn der Kampagne Anfang Oktober, wie Agrana der APA mitteilte. Wie sich Wetterextreme langfristig auf unsere Ernährung auswirken, behandelt unser Artikel zur Zukunft der Ernährung in Österreich.

Getreide schneidet besser ab als im August befürchtet

Es gibt auch eine Entwarnung. Das im Sommer geerntete Getreide verlor weniger als zunächst befürchtet. Die Agrarmarkt Austria (AMA) ging im August von einem Rückgang von 14,4 Prozent aus — nun liegt das Minus laut aktueller Schätzung bei 10,9 Prozent.

Dürre in Österreich: rissiger Ackerboden und vertrocknete Maispflanzen

Bei der Weichweizenmenge beträgt der Rückgang 15,6 Prozent statt der prognostizierten 18,4 Prozent. Aktuelle Marktberichte zum Getreide veröffentlicht die AMA Marktinformationen. Flächen- und Erntedaten liefert Statistik Austria.

Auch außerhalb des Ackerbaus wurden Prognosen korrigiert: Die Weinernte fällt um ein Viertel unter den Langzeitschnitt, bei Äpfeln werden rund ein Drittel weniger erwartet als 2025. Erst kürzlich diskutierten Bauern beim Ernte.Dank.Festival am Wiener Heldenplatz genau über diese Lage.

Die Missernte der Herbstkulturen fällt noch dramatischer aus, als befürchtet. Die heimische Landwirtschaft wurde von einer Trockenheit bisher ungeahnten Ausmaßes getroffen.

— Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich

Landwirtschaft fordert Hilfe und Investitionen in die Klimafitness

Kammerpräsident Josef Moosbrugger nannte das Dürrepaket der Regierung und weitere Maßnahmen „überlebensnotwendig”. Zusätzlich müsse es „weitere Zukunftsinvestitionen in die Klimafitness” der Land- und Forstwirtschaft geben.

Das Problem: Die Koalition ist sich über das Milliardenpaket bislang unein. Wir haben den Streit detailliert in unserem Artikel zur Dürre-Hilfe für Landwirte aufbereitet. Für Länder wie das Burgenland geht es um das Überleben ganzer Branchen, wie unser Bericht zu den Dürreschäden und den Forderungen von Haider und Wallner zeigt.

Die Ernte dauert bis Ende Oktober. Dann liegen auch die finalen Zahlen zu Rüben, Mais und Kürbis vor — vermutlich samt einer weiteren Portion schlechter Nachrichten.

Was die schlechte Ernte für Verbraucher bedeutet

Fazit: Die Ernte in Österreich liegt heuer deutlich unter der Norm, und das spüren Sie im Portemonnaie. Erdäpfel, Kürbiskern- und Sonnenblumenöl, Zucker und Getreideprodukte werden teurer oder durch Importe ersetzt.

Was Sie jetzt tun können:

  • Planen Sie Einkäufe von saisonalen Produkten früh — Erdäpfelpreise steigen Richtung Winter.
  • Vergleichen Sie heimisch und Import — manchmal ist die importierte Variante gleichwertig und günstiger.
  • Verfolgen Sie die Hilfsentscheidungen — das Paket für die Bauern wirkt auf die Preise des nächsten Jahres.

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